Aktuelles

28.08.2010 - Chemnitz - Sanierung auf dem südlichen Sonnenberg geplant

In Chemnitz soll in den nächsten Jahren rund 1200 Plattenbauwohnungen auf dem südlichen Sonnenberg saniert werden.

Derzeit weisen die betroffenen Gebäude Leerstände zwischen 30 und 50 Prozent auf. Die Sächsische Wohnungsgenossenschaft (SWG) will das Leerstandsproblem durch eine Mischung aus Sanierungen, Aufzuganbauten, Grundrissänderungen und Teilrückbauten lösen. Insgesamt 755 Genossenschaftswohnungen sollen auf diese Weise umgebaut werden. Im September 2010 sollen die Bauarbeiten beginnen. Zunächst sollen die Gebäude Paul-Arnold-Straße 5 und Sonnenstraße 33 mit insgesamt 27 Wohnungen für 1,1 Millionen Euro umgebaut und mit einem Aufzug ausgestattet werden.

Die kommunale Grundstücks- und Gebäudewirtschaftsgesellschaft mbH (GGG) plant die Sanierung ihrer Wohnhäuser auf dem südlichen Sonnenberg ab Sommer 2011.

Hintergrund:

Das Wohngebiet südlicher Sonnenberg wurde zwischen 1981 und 1990 nach Entwürfen von Gisela Schmidt, Gertraud Schaarschmidt, Christian Pilz (Städtebau) und Jochen Krüger, Siegfried Krieger (Hochbau) errichtet. Bei dem Projekt handelte es sich um die Revitalisierung eines gründerzeitlichen Arbeiterquartiers durch eine Mischung aus Altbausanierung, Abrissen und Ersatzneubauten in Plattenbauweise des Typs WBS 70 / IW 83. Insgesamt wurden rund 2000 Wohnungen saniert und 2500 Wohnungen neu gebaut.


20.08.2010 - Sachsen - Interesse an Abrissförderung nimmt ab

In Sachsen werden immer weniger Wohnungen abgerissen. Grund ist die sinkende Bereitschaft der Hauseigentümer, die hohen Abrissziele des Programms "Stadtumbau Ost" umzusetzen. 2009 wurden von der Abrissförderung des Programms "Stadtumbau Ost" in Höhe von 61 Millionen Euro lediglich 32 Millionen Euro von den sächsischen Hauseigentümern abgerufen.

Die Ursachen für die sinkende Attraktivität des Programms "Stadtumbau Ost" sind vielfältig. Ein Grund sind die gesunkenen Kreditzinsen. Viele Wohnungsunternehmen konnten nach Ablauf der Zinsbindungsfristen günstigere Kreditkonditionen heraushandeln und dadurch ihre wirtschaftliche Lage verbessern. Andere Wohnungsunternehmen konnten durch Umstrukturierungsmaßnahmen und den Abbau von Personal ihre Wirtschaftlichkeit erhöhen. Etliche Wohnungsunternehmen haben auch durch Abrisse ihre Leerstände deutlich reduziert und sehen nun keinen Grund für weitere Abrisse. Die Folge: Viele Wohnungsunternehmen sind nicht mehr auf die Abrissförderungen und Altschuldenhilfen aus dem Programm "Stadtumbau Ost" angewiesen und müssen deshalb auch nicht mehr abreißen.

Der sächsische Innenminister Markus Ulbig, der auch für die Baupolitik zuständig ist, hält dennoch an den Abrisszielen fest. Nach seinen Planungen sollen in Sachsen bis 2016 nochmals 150000 Wohnungen abgerissen werden.


17.08.2010 - Waldheim - Gründerzeithäuser werden abgerissen

In Kürze sollen in Waldheim die Wohnhäuser Feldstraße 2, 4, 5, 6 abgerissen werden. Die Gründerzeithäuser wurden zwischen 1867 und 1881 errichtet. Die Häuser Feldstraße 2, 4 und 6 gehören der kommunalen Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Waldheim GmbH (WBV) und stehen schon seit Jahren leer. Das Haus Feldstraße 5 befindet sich im Privateigentum und wird noch bewohnt. Dieses Gebäude will die Stadt für 40300 Euro erwerben. Nach den Abrissen soll auf der Abrissbrache eine Grünfläche entstehen.

Hintergrund:

Waldheim musste nach 1990 einen Bevölkerungsrückgang von gut 10.000 Einwohnern auf derzeit 8600 Einwohner verkraften. Diese Schrumpfung führte zu einem Wohnungsleerstand von rund 14 Prozent in der Gesamtstadt.

Besonders hohe Leerstandsquoten entstanden in den Altbauquartieren, die unter dichten Bebauungen, Grünflächendefiziten, teilweise lauten Straßen, fehlenden Balkonen und schlechten Wärmedämmungen litten. Die Folge waren Leerstandsquoten von 53 Prozent (Quartier Feldstraße), 28 Prozent (Quartier Niedermarkt), 24 Prozent (Quartier Talstraße) und 22 Prozent (Quartier Härtelstraße). Über 75 Prozent der Leerstände konzentrierten sich in vor 1918 errichteten Gebäuden.

Die Wohnblöcke aus der DDR-Zeiten dagegen erfreuen sich anhaltend großer Beliebtheit und sind fast überhaupt nicht vom Leerstand betroffen. Folgerichtig wurden in Waldheim im Rahmen des Programms "Stadtumbau Ost" bisher ausschließlich Altbauten abgerissen.

Diese Entwicklung soll sich auch in Zukunft fortsetzen. Die Bevölkerungsprognosen gehen von einem weiteren Bevölkerungsrückgang auf 7500 bis 7800 Einwohner im Jahr 2020 aus. Im Januar 2010 wurde ein neues Integriertes Stadtentwicklungskonzept beschlossen, das den Abriss von 230 Wohnungen bis 2020 vorsieht.


16.08.2010 - Waren/Müritz - Vollvermietung auch ohne Abriss

Sehr erfolgreich im Kampf gegen den Leerstand ist die Warener Wohnungsgenossenschaft e.G. (WWG) in Waren/Müritz. Diese verzeichnet derzeit einen Wohnungsleerstand von nur 0,4 Prozent, und das, obwohl auch Waren eine schrumpfende Stadt ist und die WWG bisher keinerlei Wohnungsabrisse durchgeführt hat.

Die WWG verfügt über 1560 Wohnungen, die sich fast vollständig in DDR - Wohnblöcken der Bauarten WBS 70 und IW 64 / Brandenburg befinden. Auf die Schrumpfung der Stadt reagierte die WWG mit einer Sanierung der Wohnungen. Einige Wohnblöcke wurden mit Aufzügen nachgerüstet. Zudem startete die WWG neue Nutzungskonzepte. Einige Blöcke wurden beispielsweise preiswert an Touristen vermietet. Dank dieser Strategien gelang eine Absenkung des Leerstandes auf derzeit 0,4 Prozent.

Mittlerweile investiert die WWG sogar in den Neubau einer Wohnanlage am Rosengarten.


13.08.2010 - Chemnitz - Gründerzeithaus wird abgerissen

Heute wurde mit dem Abriss des Wohn- und Geschäftshauses Hartmannstraße 16 begonnen. Das 1893 errichtete Gebäude befand sich jahrelang im Privateigentum. Ende Juni 2010 kaufte die Stadt das mittlerweile einsturzgefährdete Gebäude für 150000 Euro. Anfang August erteilte die zuständige Landesdirektion Chemnitz die Genehmigung für den Abriss des denkmalgeschützten Gebäudes. Der Abriss soll rund 85000 Euro kosten.

Hintergrund:

Chemnitz musste nach 1990 einen dramatischen Bevölkerungsrückgang von 323000 Einwohnern (jetziges Stadtgebiet) auf derzeit 241000 Einwohner verkraften. Für die nächsten Jahre wird ein weiterer Rückgang der Einwohnerzahlen prognostiziert. Die Folge ist ein Wohnungsleerstand, der in der Gesamtstadt derzeit bei rund 20 Prozent liegt. Weit überdurchschnittlich vom Leerstand betroffen sind allerdings die Gründerzeitquartiere. Beispielsweise beträgt der Leerstand in Sonnenberg 34 Prozent, im Lutherviertel gar 39 Prozent. Vor allem Wohnlagen mit Grünflächendefiziten und Häuser an lauten Hauptstraßen lassen sich nur schwer vermieten.

In den letzten Jahren hatten die Chemnitzer Stadtverwaltung und die GGG versucht, den Leerstand in den Gründerzeitquartieren durch einen massiven Abriss in den DDR-Siedlungen zu bekämpfen. Zwischen 2000 und Ende 2007 wurden in Chemnitz 14150 Wohnungen abgerissen, ein Großteil von ihnen waren Plattenbauwohnungen aus der DDR-Zeit. Allein in der Großsiedlung Heckertgebiet mussten 8660 Wohnungen der Abrissbirne weichen. Häufig, wie im Wohngebiet Hutholz-Süd, wurden sogar gut belegte Wohnblöcke abgerissen. Die betroffenen Mieter wurden oft gegen ihren Willen aus ihren Wohnungen herausgekündigt, Bürgerproteste gegen die Abrisse wurden ignoriert.

Dennoch wurde das Ziel einer Belebung der Gründerzeitquartiere verfehlt, da die vom Abriss betroffenen Plattenbaubewohner einen Umzug in die Gründerzeitquartiere vehement ablehnten. Als Ablehnungsgründe wurden Defizite, wie Lärm, Grünflächenmangel, unattraktive Ausblicke, fehlende Balkone, schlechte Luft und der Parkplatzmangel, genannt. Im Entwurf für ein Städtebauliches Entwicklungskonzept für Chemnitz heißt es daher: "gelenkte Umzüge aus Wohngebäuden der Baujahre 1949 bis 1990 in Gebäude der Gründerzeit sind derzeit fast unmöglich." und "Es gibt kein nennenswertes städtisches Umzugspotenzial in die Gründerzeitgebiete." (Entwurf Städtebauliches Entwicklungskonzept Chemnitz 2020, Dezember 2008, S 45 f.)

Auf diese Probleme reagierte die Chemnitzer Stadtverwaltung mit Konzepten für eine Umgestaltung und Aufwertung der Gründerzeitquartiere. Diese Versuche wurden allerdings immer wieder durch die zersplitterten Eigentümerstrukturen behindert. Konzepte für einen Häuser- und Grundstückstausch, die einen planmäßigen Stadtumbau ermöglichen sollten, scheiterten an Problemen der Wertermittlung und der fehlenden Kooperationsbereitschaft der privaten Hauseigentümer.

Die Folge sind zunehmende Abrisse und Einstürze von kaum vermietbaren Gründerzeithäusern.


12.08.2010 - Leipzig - Einsturz in Connewitz

Wieder ist in Leipzig ein Haus teilweise eingestürzt. Diesmal traf es das Gründerzeitmietshaus Simildenstraße 26 in Connewitz. Das neobarocke Wohnhaus wurde in den letzten Jahren von seinem Privateigentümer dem Leerstand und Verfall überlassen. Am 12.8.2010 sind schließlich Teile des Giebels eingestürzt. Durch herabfallende Bauteile wurden drei parkende Autos demoliert. Passanten wurden glücklicherweise nicht verletzt. Zur Abwendung der akuten Gefährdung der öffentlichen Sicherheit wurden Teile der Simildenstraße gesperrt.


12.08.2010 - Chemnitz - Wohnungsmarktstudie vorgestellt

Wohin entwickelt sich der Stadtumbau in Chemnitz? Dieser Frage widmete sich eine Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung, die am 12.8.2010 in der Handwerkerschule stattfand. Anlass war eine neue Wohnungsmarktstudie des Büros Analyse & Konzepte (Hamburg / Droyßig), die vor allem mit privaten Hauseigentümern diskutiert werden sollte.

In der Praxis allerdings wurde die Veranstaltung nur von rund 30 Personen besucht, darunter Vertreter der Stadtverwaltung und des Stadtrates, Quartiersmanagerinnen, ein Landtagsabgeordneter. Private Hauseigentümer waren dagegen kaum anwesend. Offenbar ist das Interesse privater Hauseigentümer am Stadtumbau in Chemnitz sehr begrenzt.

Die Wohnungsmarktstudie geht von einem weiteren Bevölkerungsrückgang aus. Demnach wird die Bevölkerungszahl in Chemnitz von derzeit 241000 auf rund 225000 im Jahr 2020 sinken. Vor allem die jüngeren und mittleren Bevölkerungsgruppen werden deutlich schrumpfen, die Zahl der Senioren wird dagegen um 4700 anwachsen.

Weiterhin prognostiziert die Studie eine wachsende Differenzierung in unattraktive Wohnlagen mit geringen Vermarktungschancen und attraktive Wohnlagen mit guten Vermarktungschancen. Diese Differenzierung würde sich nicht in erster Linie zwischen Wohngebieten, sondern auch innerhalb der Wohngebiete vollziehen, deshalb wäre eine kleinteilige Betrachtung wichtig. In Altbaugebieten gäbe es beispielsweise ruhige Wohnlagen an grünen Plätzen, die auch künftig vermarktbar wären. Häuser an lauten Hauptstraßen dagegen würden künftig kaum noch Mieter finden. Ähnliche Diffenzierungsprozesse erwartet die Studie auch für die Großsiedlungen aus der DDR-Zeit.

Besonders gute Vermarktungschancen prognostiziert die Studie den Gartenstadtsiedlungen der 1920er und 1930er Jahre, wie die Gartenstadt Gablenz. Diese ruhigen und grünen Siedlungen wären die eigentlichen "Juwelen" von Chemnitz und sollten zum Aufbau eines positiven Stadtimages genutzt werden.

Einige Schlussfolgerungen der Studie dürften sicher noch zu Diskussionen führen. Beispielsweise prognostiziert sie, dass trotz des Rückganges an junger Bevölkerung und der Zunahme der Senioren die eher jugendorientierte Lebensstile ("dynamisch-kommunikative" Lebensstile) an Bedeutung gewinnen werden. Diese Annahme, die auf "gesamtgesellschaftlichen Trends" beruhen würde, dürfte eher zweifelhaft sein - mit entsprechenden Konsequenzen für die Wohnungsnachfrage.

Dennoch bietet die Studie die Chance, dass in die oft reichlich destruktiv geführte Chemnitzer Stadtumbaudiskussion etwas mehr Realismus einzieht.


10.08.2010 - Land Brandenburg - Förderung von Wohnungsneubauten wird wiederaufgenommen

Das Land Brandenburg will die öffentliche Förderung von Wohnungsneubauten wiederaufnehmen. Bis 2013 sollen 13 Millionen Euro als zinslose Darlehen zur Verfügung gestellt werden. Mit diesen Geldern sollen rund 1000 Wohnungen errichtet werden. Mindestens 25 Prozent der Neubauwohnungen sollen als belegungsgebundene Wohnungen realisiert werden.

Erstaunlich sind allerdings die Vergabemodalitäten für die Fördermittel. Denn die Fördergelder sollen nicht an die Städte mit besonders großem Wohnungsmangel gehen. Stattdessen ist ein Wettbewerb geplant, an dem sich alle brandenburgischen Städte beteiligen können. Die Gewinner sollen in den Genuss der Wohnungsbauförderung kommen. Die Bewerbungsfrist endet am 15.10.2010.

Aufgrund dieser Modalitäten wollen sich auch Städte um die Neubauförderung bewerben, die unter Leerstandsproblemen leiden und die mit öffentlichen Fördergeldern aus dem Programm "Stadtumbau Ost" Wohnungen abreißen. Selbst Städte wie Wittenberge, das unter Leerstandsquoten von teilweise über 40 Prozent leidet, oder Cottbus, das derzeit massenhaft Wohnungen abreißt, wollen sich um die Neubauförderung bewerben.

Hintergrund:

Das Land Brandenburg hatte bis 2004 den Neubau von Wohnungen im Sozialen Wohnungsbau gefördert. Anschließend erfolgte eine Einstellung der Neubauförderung, da in etlichen brandenburgischen Städten Leerstandsprobleme auftraten und die Landesregierung die Fördergelder vor allem für Wohnungsabrisse im Rahmen des Programms "Stadtumbau Ost" einsetzte. Die Folge war allerdings ein massiver Wohnungsmangel in wachsenden Städten und Gemeinden Brandenburgs, wie in Potsdam, Falkensee oder Kleinmachnow. Folgerichtig forderten die betroffenen Kommunen regelmäßig eine Wiederaufnahme der Förderung von Wohnungsneubauten.


10.08.2010 - Potsdam - Gewoba plant Wohnungsneubau

Die städtische Wohnungsgesellschaft Gewoba hat den Neubau von rund 450 Wohnungen bis 2016 angekündigt.

Geplant ist eine Wohnanlage mit rund 400 Wohnungen auf dem Gelände des ehemaligen Straßenbahndepots an der Heinrich-Mann-Allee. Eine zweite Wohnanlage mit 48 Wohnungen ist an der Friedhofsgasse vorgesehen. Diese Wohnanlage wird rund 6,2 Millionen Euro kosten.

Zudem will die Gewoba die Sanierung des Wohngebietes Drewitz in Angriff nehmen. Geplant ist ab 2011 die Sanierung des Karrees Konrad-Wolf-Allee / Guido-Seeber-Weg / Eduard-von-Winterstein-Straße mit 200 Wohnungen. Die Wohnblöcke sollen energetisch saniert und mit Aufzügen ausgestattet werden. Außerdem soll der Wohnblock Guido-Seeber-Weg 2 - 8 um ein zusätzliches Geschoss mit 16 Wohnungen aufgestockt werden.


31.07.2010 - Jüterbog - Fachwerkhaus in der Altstadt eingestürzt

Auch in der Altstadt der brandenburgischen Kleinstadt Jüterbog grassiert die Einsturzgefahr. Konkret betroffen ist das Wohnhaus Nikolaikirchstraße 43. Das Fachwerkhaus wurde vermutlich um 1750 errichtet. In den letzten Jahren wurde es allerdings dem Leerstand und Verfall überlassen. Am 29.7.2010 schließlich erfolgte ein Teileinsturz.

Zur Gefahrenabwehr wurde als Sofortmaßnahme die Nikolaikirchstraße gesperrt.


24.07.2010 - Kirchberg - Abriss von Fachwerkhäusern

In der bei Zwickau gelegenen Kleinstadt Kirchberg ist die Häuserzeile Schneeberger Straße 1 - 7 abgerissen worden. Die gründerzeitlichen Fachwerkhäuser beherbergten ursprünglich Wohnungen und Büros der Möbelstoff- und Plüschwerke. Nach der Schließung der Werke 1990 geriet die Häuserzeile in den Besitz der Treuhandgesellschaft, die die Häuser 2001 versteigerte. Anschließend folgte ein häufiger Eigentümerwechsel. 2009 schließlich konnte die Stadt die mittlerweile völlig desolaten Häuser erwerben.

Die Abrisse werden mit Fördermitteln aus dem Brachflächenrevitalisierungsprogramm finanziert.


24.07.2010 - Altenburg - Baudenkmal vor dem Abriss

In Altenburg wird ab dem 2.8.2010 das denkmalgeschützte Wohn- und Geschäftshaus Johannisvorstadt 10 abgerissen.

Das Gebäude wurde um 1890 als Wohn- und Geschäftshaus mit rückwärtigen Gewerbebauten errichtet. Doch nach 1990 wurde das Gebäude von den Privateigentümern dem Leerstand und Verfall überlassen. 2009 gelang es der Stadt Altenburg, das Gebäude auf dem Weg der Zwangsvollstreckung zu erwerben. Da eine Sanierung des Gebäudes für die finanzschwache Stadt nicht finanzierbar ist, entschied sie sich für einen Abriss.

Von den Abrisskosten von 70000 Euro wird die Stadt 23000 Euro übernehmen, 47000 Euro sollen durch Städtebaufördermittel finanziert werden. Der Abriss soll vom 2. August bis Mitte September 2010 dauern. Anschließend soll die Abrissbrache begrünt werden.


20.07.2010 - Burgstädt - Stadt kauft Altbauten und reißt sie ab

In der sächsischen Kleinstadt Burgstädt hat die Stadt mehrere leerstehende Gebäude für den Abriss erworben.

Burgstädt musste nach 1990 einen Bevölkerungsrückgang und einen Anstieg des Wohnungsleerstandes hinnehmen. Besonders vom Leerstand betroffen sind Gründerzeitaltbauten, die sich in der Regel im Privateigentum befinden. Die Eigentümer überließen ihre unrentablen Immobilien dem Verfall, etliche Gebäude entwickelten sich zu einer Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit.

Doch nun hat die Stadt mehrere Gebäude zum Zwecke des Abrisses erworben. Das Haus August-Bebel-Straße 2 wurde im Rahmen einer Zwangsversteigerung erworben und wird demnächst abgerissen. Das Haus August-Bebel-Straße 9 wurde für einen Euro von einer Erbengemeinschaft gekauft und soll abgerissen werden. Das Haus Dr.-Robert-Koch-Straße 43 wurde von einem Privateigentümer ebenfalls für einen Euro erworben und soll in Kürze abgerissen werden. Für weitere leere Gebäude konnte noch keine Lösung gefunden werden.


16.07.2010 - Wittenberge - Abriss von Jugendstilhäusern

In Wittenberge hat der Abriss der denkmalgeschützten Wohnhäuser Röhlstraße 11, 12, 13, 14 begonnen.

Die Jugendstilhäuser befinden sich im Jahnschulviertel und wurden um 1905 errichtet. Das Haus Röhlstraße 12 befindet sich im Eigentum der Stadt, die Häuser Nr. 11, 13 und 14 gehören der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Wittenberge mbH. (WGW) Nach 1990 wurden auch diese Gebäude - wie viele andere Häuser in Wittenberge - vom Leerstand und Verfall heimgesucht.

Der Hintergrund der Abrisse ist ein Projekt der Arbeiterwohlfahrt (Awo) für ein barrierefreies und betreutes Wohnen in der Innenstadt. Im Rahmen dieses Projektes sollen die Häuser Johannes-Runge-Straße 5 und 6 sowie Theodor-Körner-Straße 7 saniert und umgebaut werden. Die Häuser Röhlstraße 11, 12, 13 sollen dagegen abgerissen und durch Grünflächen ersetzt werden. Das Haus Röhlstraße 14 soll durch einen Neubau ersetzt werden. Die Abrisse sollen bis Mitte August 2010 beendet sein, die Sanierungen sollen bis 2012 abgeschlossen werden.


16.07.2010 - Berlin - ehemalige Schule wird zur Eigentumswohnanlage

Die Berliner Saxum AG plant den Umbau einer ehemaligen Schule in Berlin - Lichtenberg in eine Eigentumswohnanlage.

Umgebaut werden soll die ehemalige Doppelschule Elfriede-Tygör-Straße 1-3 im Wohngebiet Straße Am Tierpark. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen Stahlbeton-Skelettbau des Typs SK-Berlin 68. Vorgesehen sind der Anbau einer Wärmedämmfassade und neuer Balkone, Grundrissänderungen, der Einbau von Aufzügen sowie die Schaffung von Gärten für die Erdgeschosswohnungen. Insgesamt sollen 52 barrierearme Eigentumswohnungen mit einer Fläche von 65 bis 125 Quadratmetern entstehen, die rund 1400 Euro pro Quadratmeter kosten sollen.

Die gegenüberliegende ehemalige Kindertagesstätte Elfriede-Tygör-Straße 2-4 hat die Saxum AG bereits 2008/2009 zu einer Eigentumswohnanlage umgebaut. Die 18 Eigentumswohnungen konnten schon kurz nach Fertigstellung der Bauarbeiten vollständig verkauft werden.

Hintergrund Saxum AG:

Die Saxum AG wurde 1995 in Chemnitz gegründet. Seit dem Jahr 2000 beschäftigt sie sich vorwiegend mit dem Erwerb von Plattenbauten und anderen DDR-Gebäuden, die anschließend zu Eigentumswohnanlagen umgebaut werden. Zunächst realisierte die Saxum AG entsprechende Projekte in Chemnitz, später folgten Projekte in Dresden, Leipzig, Berlin und Limbach-Oberfrohna. 2004 verlegte das Unternehmen seinen Firmensitz nach Berlin.

Insgesamt entwickelte sich der Umbau von Plattenbauten zu einer Erfolgsgeschichte. Die Umbauten wurden durch die große Stabilität und Flexibilität der DDR-Bauten erleichtert. Nichttragende Wände konnten problemlos verschoben oder ganz entfernt werden, selbst in tragende Wände ließen sich Öffnungen einsägen, die bei Bedarf durch Stahlträger abgefangen wurden. Ebenso unproblematisch war die Schaffung von Maisonettewohnungen oder der Teilrückbau einzelner Geschosse, die zugunsten von Terrassen demontiert wurden. Vorteilhaft war zudem, dass Plattenbauten über genormte Fenster- und Türgrößen verfügen. Neue Fenster und Türen konnten deshalb in großer Stückzahl und damit relativ preiswert beschafft werden. All diese Vorteile hatten zur Folge, dass die Saxum AG ihre Eigentumswohnungen schon zu Preisen ab 1000 Euro verkaufen konnte. Fast alle Objekte konnten schon kurz nach der Fertigstellung vollständig verkauft werden.

Ein Problem stellt allerdings der Erwerb leerstehender Plattenbauten dar. Denn aufgrund der Fördergelder des Programms "Stadtumbau Ost" ist der Abriss von Gebäuden oft viel lukrativer als der Verkauf an Investoren. Folgerichtig praktizieren viele Wohnungsgesellschaften eher den Abriss als den Verkauf ihrer leeren Gebäude. Deshalb erwarb die Saxum AG bisher kaum leere Wohnhäuser, sondern Arbeiterwohnheime, Verwaltungsgebäude, Kindergärten, Schulen, Studentenwohnheime oder Offizierswohnheime, deren Abriss nicht durch das Programm "Stadtumbau Ost" gefördert wird.

Hintergrund Wohngebiet Straße Am Tierpark:

Das Wohngebiet Straße Am Tierpark wurde von 1974 bis 1982 als Teil eines größeren Siedlungsbereiches errichtet. Ursprünglich umfasste es 3419 Wohnungen, die in fünf- und elfgeschossigen Wohnblöcken des Typs WBS 70, in Zehngeschossern des Typs QP 71, in einem vierzehngeschossigen Wohnhaus in Stahlbetonskelerttbauweise des Typs SK Scheibe sowie in Hochhäusern des Typs WHH GT 18/21 untergebracht waren.

Das Wohngebiet erfreut sich dank seiner günstigen Lage unmittelbar am Tierpark sowie der guten U-Bahn- und Straßenbahnanbindung bis heute einer großen Beliebtheit. Ein weiterer Pluspunkt des Wohngebietes ist seine gute Ausstattung mit einem Einkaufszentrum, einer Schwimmhalle, einer Bibliothek und weiteren Freizeitangeboten. Dank dieser Vorzüge gab es im Wohngebiet Straße Am Tierpark nie nennenswerte Wohnungsleerstände oder Abrisse.

Zum Problem entwickelte sich allerdings der Leerstand von Schulen und Kindertagesstätten, die aufgrund der demografischen Entwicklung (Rückgang der Kinderzahlen) nicht mehr benötigt werden. Diese Missstände werden mit den Umbauten der Saxum AG beseitigt.


10.07.2010 - Leipzig - Einsturzgefahr im Leipziger Osten

Aufgrund akuter Einsturzgefahr für das Eckhaus Nürnberger Straße 24 / Auguste-Schmidt-Straße 17 musste die Nürnberger Straße zwischen der Goldschmidtstraße und der Seeburgstraße gesperrt werden. Das Haus leidet unter dem Befall mit Hausschwamm, ein Großteil der Holzbalkendecken sowie das Treppenhaus sind mittlerweile eingestürzt.

Das denkmalgeschützte Haus wurde um 1880 errichtet. Doch nach 1990 wurde das Gebäude von wechselnden Privateigentümern dem Leerstand und Verfall überlassen, der bis heute andauert.


06.07.2010 - Chemnitz - Gründerzeithaus wird abgerissen

Die Chemnitzer Grundstücks- und Gebäudewirtschaftsgesellschaft mbh (GGG) wird in Kürze mit dem Abriss des Gründerzeithauses Bernhardstraße 57 beginnen. Dieses Wohnhaus steht schon seit Jahren leer, eine Sanierung des Gebäudes wird als unwirtschaftlich eingeschätzt. Mittlerweile besteht akute Einsturzgefahr. Diese Gefahr soll durch den Abriss abgewendet werden.

Hintergrund:

Chemnitz musste nach 1990 einen dramatischen Bevölkerungsrückgang von 323000 Einwohnern (jetziges Stadtgebiet) auf derzeit 241000 Einwohner verkraften. Für die nächsten Jahre wird ein weiterer Rückgang der Einwohnerzahlen prognostiziert. Die Folge ist ein Wohnungsleerstand, der in der Gesamtstadt derzeit bei rund 20 Prozent liegt. Weit überdurchschnittlich vom Leerstand betroffen sind allerdings die Gründerzeitquartiere. Beispielsweise beträgt der Leerstand in Sonnenberg 34 Prozent, im Lutherviertel gar 39 Prozent. Vor allem Wohnlagen mit Grünflächendefiziten und Häuser an lauten Hauptstraßen lassen sich nur schwer vermieten.

In den letzten Jahren hatten die Chemnitzer Stadtverwaltung und die GGG versucht, den Leerstand in den Gründerzeitquartieren durch einen massiven Abriss in den DDR-Siedlungen zu bekämpfen. Zwischen 2000 und Ende 2007 wurden in Chemnitz 14150 Wohnungen abgerissen, ein Großteil von ihnen waren Plattenbauwohnungen aus der DDR-Zeit. Allein in der Großsiedlung Heckertgebiet mussten 8660 Wohnungen der Abrissbirne weichen. Häufig, wie im Wohngebiet Hutholz-Süd, wurden sogar gut belegte Wohnblöcke abgerissen. Die betroffenen Mieter wurden oft gegen ihren Willen aus ihren Wohnungen herausgekündigt, Bürgerproteste gegen die Abrisse wurden ignoriert.

Dennoch wurde das Ziel einer Belebung der Gründerzeitquartiere verfehlt, da die vom Abriss betroffenen Plattenbaubewohner einen Umzug in die Gründerzeitquartiere vehement ablehnten. Als Ablehnungsgründe wurden Defizite, wie Lärm, Grünflächenmangel, unattraktive Ausblicke, fehlende Balkone, schlechte Luft und der Parkplatzmangel, genannt. Im Entwurf für ein Städtebauliches Entwicklungskonzept für Chemnitz heißt es daher: "gelenkte Umzüge aus Wohngebäuden der Baujahre 1949 bis 1990 in Gebäude der Gründerzeit sind derzeit fast unmöglich." und "Es gibt kein nennenswertes städtisches Umzugspotenzial in die Gründerzeitgebiete." (Entwurf Städtebauliches Entwicklungskonzept Chemnitz 2020, Dezember 2008, S 45 f.)

Auf diese Probleme reagierte die Chemnitzer Stadtverwaltung mit Konzepten für eine Umgestaltung und Aufwertung der Gründerzeitquartiere. Diese Versuche wurden allerdings immer wieder durch die zersplitterten Eigentümerstrukturen behindert. Konzepte für einen Häuser- und Grundstückstausch, die einen planmäßigen Stadtumbau ermöglichen sollten, scheiterten an Problemen der Wertermittlung und der fehlenden Kooperationsbereitschaft der privaten Hauseigentümer.

Die Folge sind zunehmende Abrisse und Einstürze von kaum vermietbaren Gründerzeithäusern.


03.07.2010 - Halle/Saale - Abriss in der Altstadt

In der Altstadt von Halle/Saale wird demnächst das Baudenkmal Schulstraße 11 abgerissen.

Bei dem Gebäude handelt es sich um ein barockes Handwerkerhaus aus der Zeit um 1700, das in den Folgejahren mehrfach umgebaut wurde. Bemerkenswert sind die in dem Haus vorhandenen wertvollen Stuckdecken aus der Barockzeit.

Nach 1990 fiel auch dieses Gebäude dem Leerstand und Verfall anheim. Der Privateigentümer sah keine Chance für eine rentable Bewirtschaftung des Gebäudes und überließ das Haus deshalb dem Verfall. Die Bürgerinitiative "Arbeitskreis Innenstadt Halle" (AKI) bemühte sich seit 1991 intensiv um eine Wiederbelebung des Gebäudes. Die Stadtverwaltung verzichtete allerdings auf Zwangsmaßnahmen gegen den säumigen Eigentümer. Nun ist das Gebäude dermaßen geschädigt, dass ein Abriss zur Abwehr von Gefahren für die öffentliche Ordnung und Sicherheit unvermeidlich erscheint.

Hintergrund:

Halle/Saale musste nach 1990 einen dramatischen Bevölkerungsrückgang von rund 330000 Einwohnern auf derzeit rund 230000 Einwohner verkraften. Die Folge war ein Wohnungsleerstand in der Gesamtstadt auf rund 18 Prozent. Weit überdurchschnittlich vom Leerstand betroffen waren allerdings die Gründerzeitquartiere und die Altstadt, wo der Wohnungsleerstand auf 27,3 Prozent hochschnellte.

In den letzten Jahren hatte die Stadtverwaltung versucht, den Leerstand in den Altbauquartieren durch einen massiven Abriss in den DDR-Siedlungen zu bekämpfen. Seit 2000 wurden in Halle/Saale rund 10000 Wohnungen abgerissen, ein Großteil von ihnen waren Plattenbauwohnungen aus der DDR-Zeit. Häufig wurden sogar gut belegte Wohnblöcke abgerissen. Die betroffenen Mieter wurden oft gegen ihren Willen aus ihren Wohnungen herausgekündigt, Bürgerproteste gegen die Abrisse wurden ignoriert. Die Stadt hoffte, auf diese Weise Plattenbaubewohner zum Umzug in die Altstadt motivieren zu können.

In der Praxis allerdings wurde das Ziel einer Belebung der Altbauquartiere klar verfehlt. Ein Großteil der Plattenbaubewohner war nicht bereit, in eine Altbauwohnung zu ziehen. Einerseits sorgten städtebauliche Defizite, wie Grünflächenmangel, unattraktive Ausblicke, fehlende Balkone, und der Parkplatzmangel, für eine geringe Umzugsneigung. Gleichzeitig waren viele Plattenbaubewohner nicht willens oder in der Lage, die relativ hohen Mieten in der Altstadt zu zahlen.

Die Folge war eine Verfestigung des altstädtischen Wohnungsleerstandes und eine geringe Investitionsneigung der Hauseigentümer. Viele Hauseigentümer lassen ihre Häuser verfallen und scheuen selbst einfachste Sicherungsmaßnahmen. Die Folge sind zunehmende Abrisse und Einstürze von kaum vermietbaren Altstadthäusern.

Ein Ende der Abrisse ist nicht in Sicht, da die Statistiker einen weiteren Rückgang der Einwohnerzahl in Halle/Saale vorhersagen.


29.06.2010 - Wurzen - Niedrige Leerstände auch ohne Abrisse

Die Wohnungsgenossenschaft Wurzen e.G. bewegt sich weiter auf Erfolgskurs. Während die Genossenschaft Ende 2008 einen Wohnungsleerstand von 2,9 Prozent verzeichnet hatte, beträgt der Leerstand aktuell nur 2,14 Prozent. Zudem gelang der Genossenschaft ein Anstieg der Mitgliederzahl auf 1758 Mitglieder. Bemerkenswert ist zudem das Durchschnittsalter der Genossenschaftler: Zwei Drittel der Genossenschaftsmitglieder sind unter 45 Jahre alt.

Ungewöhnlich ist, dass dieser Wert in einer ansonsten stark vom Leerstand betroffenen Stadt erzielt werden konnte und dass dieser Erfolg ohne den sonst verbreiteten Abriss von Wohnungen möglich war.

Hintergrund:

Wurzen musste nach der Wende 1989/90 einen Rückgang von rund 19.000 auf derzeit rund 14.000 Einwohnern hinnehmen. Die Folge war ein Anstieg des Wohnungsleerstandes auf 20,9 Prozent in der Gesamtstadt. Besonders hohe Leerstände verzeichnete die gründerzeitliche Ostvorstadt mit 38,8 Prozent und die Altstadt mit 32,3 Prozent. Der Leerstand in der DDR-Siedlung Wurzen-Nord betrug dagegen nur 7,8 Prozent. Die Stadtverwaltung reagierte auf die Probleme mit einem 2001 beschlossenen Integrierten Stadtentwicklungskonzept, das den Abriss von 3498 Wohnungen bis 2010 vorsah.

Die Wohnungsgenossenschaft Wurzen wurde 1956 gegründet und verfügt über rund 1700 Wohnungen, die fast ausschließlich während der DDR-Zeit errichtet wurden. Die Genossenschaft zählte 2001 einen Leerstand von 97 Wohnungen und eine Leerstandsquote von 5,7 Prozent. Die Prognosen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes gingen allerdings von einem deutlichen Anstieg des Wohnungsleerstandes in den Beständen der Genossenschaft aus. Die DDR-Wohnungen wurden als wenig zukunftsfähig eingeschätzt, das DDR-Wohngebiet Wurzen Nord galt als überaltert und unattraktiv für Zuzügler. Daher schrieb das Integrierte Stadtentwicklungskonzept den Abriss von 447 Genossenschaftswohnungen fest.

Die Wohnungsgenossenschaft Wurzen allerdings schätzte die Zukunftschancen ihrer Bestände wesentlich optimistischer ein und verweigerte die geplanten Abrisse. Sie reagierte auf die Schrumpfung mit der Sanierung der Gebäude und weiteren Aufwertungsmaßnahmen, wie dem Anbau von Balkonen an Wohnungen ohne Balkone, dem Anbau von Aufzügen sowie dem altengerechten Umbau von Wohnungen. Außerdem verbesserte die Genossenschaft ihre Serviceleistungen. Die Genossenschaft betreibt ein Fitnessstudio und einen Nachbarschaftstreff, in dem Veranstaltungen, Malkurse, Sportkurse, Vorträge zu Gesundheits- und Rechtsfragen und anderes angeboten werden.

Auf Abrisse wurde dagegen vollständig verzichtet. Dank dieser Strategie konnte die Genossenschaft einen stetigen Rückgang ihrer Leerstandsquote von 6,2 Prozent 1999 auf derzeit 2,14 Prozent erreichen.


28.06.2010 - Reichenbach (Vogtland) - Gründerzeithaus wird abgerissen

In Reichenbach (Vogtland) wurde am 28.6.2010 mit dem Abriss des Gründerzeithauses Humboldtstraße 4 begonnen. Nach dem Abriss soll auf dem Grundstück eine Freifläche entstehen.


25.06.2010 - Zeitz - Abriss in der Altstadt

In der Altstadt von Zeitz wird derzeit das Wohn- und Geschäftshaus Wendische Straße 13 abgerissen. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus von 1567. Dieses Gebäude wurde bis 1998 als Wohn- und Geschäftshaus genutzt. Doch anschließend überließ der Eigentümer, die Gondrom GmbH & Co.KG, das Haus dem Leerstand und Verfall. Mittlerweile ist das Haus dermaßen geschädigt, dass ein Abriss unvermeidlich erscheint.

Hintergrund:

Zeitz diente vom 13. bis 16. Jahrhundert als Bischofssitz und vom 17. bis 18. Jahrhundert als Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Zeitz. Von dieser Zeit kündet der wertvolle Altstadtkern mit Bürgerhäusern aus der Renaisssance- und Barockzeit. Heute ist dieser baukulturelle Schatz allerdings gefährdet. Denn Zeitz musste nach 1990 den Zusammenbruch der wichtigsten Arbeitgeber (z.B. Zekiwa - des größten Kinderwagenwerks Europas) und massive Bevölkerungsverluste verkraften. Die Bevölkerungszahl verringerte sich von 42520 Einwohnern 1988 auf 29000 Einwohner 2008. Die Folge dieses Aderlasses war ein Anstieg des Wohnungsleerstandes. Besonders dramatisch entwickelte sich die Situation in der Altstadt, wo der Wohnungsleerstand bis 2001 auf 41,1 Prozent emporschnellte. Die Konsequenz war eine zunehmende Investitionszurückhaltung privater Hauseigentümer. Viele Eigentümer überließen ihre Baudenkmäler dem Verfall oder gar dem Abriss.

Die Stadtverwaltung hat versucht, den Leerstand in der Altstadt durch den massenhaften Abriss von DDR-Wohnungen zu entschärfen. Zwischen 2001 und 2006 fielen 770 Plattenbauwohnungen der Abrissbirne zum Opfer. Die Stadt hoffte auf Umzüge aus den Plattenbauten in die Altstadt.

In der Praxis allerdings erwies sich diese Strategie als Fehlschlag. Viele der vom Abriss betroffenen Plattenbaubewohner zogen nicht in die Altstadt, sondern verließen Zeitz. Folgerichtig konnte keine Stabilisierung der Altstadt erreicht werden. Bis 2006 stieg der Leerstand in der Altstadt weiter auf 44,5 Prozent an. Folgerichtig gingen wertvolle Baudenkmäler, wie ein Kaufmannshaus aus der Renaissancezeit in der Messerschmiedestraße verloren.

Eine Ende des Bevölkerungsrückganges in Zeitz ist derzeit nicht abzusehen.


23.06.2010 - Halle/Saale - Meeresbrunnen soll abgerissen werden

Der Meeresbrunnen in Halle-Neustadt soll in nächster Zeit abgerissen werden.

Der Meeresbrunnen wurde 1983 vom halleschen Bildhauer Hans Rothe geschaffen, 1988 wurde der Brunnen durch ein zweites Becken ergänzt. Der Meeresbrunnen markierte das Zentrum des Wohnkomplexes 8 und bildete einen identitätsstiftenden Punkt in dem industriell errichteten Stadtteil.

Doch nach 1990 fiel der Brunnen der zunehmenden Verwahrlosung anheim. Schäden wurden nicht mehr repariert, der Brunnen wurde außer Betrieb gesetzt und verkam zum Schandfleck.

Nun plant die Stadtverwaltung den Abriss der Brunnenanlage. Die Fördergelder für den Abriss sind bereits beantragt.


22.06.2010 - Quedlinburg - Brand in der Altstadt

In der Nacht zum 22.6.2010 kam es in der Altstadt von Quedlinburg zu einem Großbrand. Durch diesen wurden drei leerstehende Fachwerkhäuser in der Straße Augustinern beschädigt oder zerstört. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Die Polizei vermutet Brandstiftung als Brandursache.


21.06.2010 - Frankfurt/Oder - Hochhaussanierung im Hansaviertel begonnen

Die kommunale Wohnungswirtschaft Frankfurt/Oder GmbH (Wowi) hat mit der Sanierung des Hochhauses Moskauer Straße 8 begonnen.

Bei dem Objekt handelt es sich um einen Plattenbau des Typs PHH 16, der 1969/1970 errichtet wurde. Das im Wohngebiet Hansaviertel befindliche Gebäude steht derzeit leer. Dank seiner exponierten Lage auf einer Anhöhe oberhalb des Odertals bietet es einen fantastischen Blick auf die Stadt und die Oder.

Jetzt sollen in dem Hochhaus seniorenfreundliche Ein- und Zweiraumwohnungen entstehen, die in Frankfurt/Oder besonders begehrt sind. Die Sanierung, die auch Grundrissänderungen umfassen soll, wird vom Bauplanungsbüro Ute Jäger (Frankfurt/Oder) geleitet.

Hintergrund PHH 16:

Das Punkthochhaus PHH 16 ( 16 Geschosse, 90 Wohnungen, Plattenbau, 5 Mp) wurde 1969 vom VEB Wohn- und Gesellschaftsbau Frankfurt/Oder (Dipl. Ing. Kasch, Dipl. Ing. Jochen Beige) entwickelt. Seitdem wurde es ausschließlich in Frankfurt/Oder errichtet.


20.06.2010 - Chemnitz - Brand im leerstehenden Haus

Am 20.6.2010 ist ein leerstehendes Haus in der Limbacher Straße einem Brand zum Opfer gefallen. Durch das Feuer ist der Dachstuhl ausgebrannt und eingestürzt. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Die Polizei vermutet, dass Brandstiftung zu dem Feuer geführt hat.


19.06.2010 - Chemnitz - Kinder im leerstehenden Haus abgestürzt

Am 19.6.2010 wurden zwei elf- und zwölfjährige Kinder beim Spielen in einem leerstehenden Haus in der Reitbahnstraße verletzt. Während des Kletterns auf dem Dach brach ein Teil des Daches zusammen, worauf die Kinder in die Tiefe stürzten.

Das betroffene Haus gehört einer privaten Eigentümergemeinschaft und steht schon seit Jahren leer.


18.06.2010 - Halle/Saale - Sanierung nach Bürgerprotesten

Die Halle-Neustädter Wohnungsgenossenschaft führt derzeit die Sanierung und den Teilrückbau von Wohnblöcken im Wohnkomplex (WK) VI in Halle-Neustadt durch. Konkret betroffen sind die fünfgeschossigen Plattenbaublöcke des Typs IW 70 - P 2-Ratio am Göttinger Bogen 13 - 67. Die Blöcke Göttinger Bogen 13 - 43 erhalten eine Wärmedämmfassade, neue Balkone und einen Aufzug. Die Blöcke 45 - 67 erfahren zusätzlich noch einen Teilrückbau auf drei bis fünf Geschosse und die Schaffung von Dachterrassenwohnungen.

Diese Sanierung ist auch deshalb bemerkenswert, weil der WK VI lange Zeit flächig abgerissen werden sollte. Nur die Proteste einer Bürgerinitiative haben die Revision der Abrissplanungen und damit die jetzigen Sanierungsarbeiten möglich gemacht.

Hintergrund:

Der Wohnkomplex (WK) VI wurde von 1976 bis 1978 errichtet. Sein Konzept wurde in einer Gemeinschaftsarbeit zwischen dem Büro für Städtebau und Architektur Halle und dem Institut für Städtebau und Architektur an der Bauakademie der DDR (Leitung: Siegfried Kress und Harald Zaglmeier) entwickelt. Ursprünglich umfasste er 2773 Wohnungen, die in fünf- und elfgeschossigen Wohnblöcken des Typs IW 70 - P 2-Ratio sowie in zwei Wohnhochhäusern des Typs PH 22 untergebracht waren.

Der WK VI erfreute sich dank seiner günstigen Lage in der Nähe zum Naherholungsgebiet Heide und zum Heidesee einer großen Beliebtheit. Ein weiterer Pluspunkt des Wohnkomplexes war seine Verkehrserschließung. Die Erschließung durch äußere Wohnstraßen sorgte dafür, dass der Durchgangsverkehr aus dem Wohngebiet herausgehalten wurde und die Wohnungen entsprechend ruhig waren. 2003 schließlich wurde die Straßenbahnlinie zur Soltauer Straße fertiggestellt, die eine optimale Anbindung an die Innenstadt herstellte.

Trotz dieser Vorzüge wurde der flächige Abriss des am Rand von Halle-Neustadt gelegenen Wohnkomplexes geplant. 2001 (!) wurde das "Neuordnungskonzept Halle-Neustadt" beschlossen, das einen flächigen Abriss des WK VI vorsah. Auch der Entwurf für ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept von 2006 sah einen flächigen Abriss des Gebietes vor. Diese Abrisspläne sollten vor allem durch die Verweigerung von Fördergeldern für die Sanierung sowie von Kommunalbestätigungen für KfW-Kredite durchgesetzt werden. Gleichzeitig begannen konkrete Abrissarbeiten. 2004/2005 wurden Elfgeschosser an der Oldenburger Straße abgerissen, 2006 folgte ein Fünfgeschosser am Lüneburger Bogen.

Diese Abrisspolitik führte schließlich zur Gründung einer Bürgerinitiative, die gegen den Abriss im WK VI mit Unterschriftensammlungen und Demonstrationen protestierte. Zugleich meldete sich der hallesche Straßenbahnbetrieb HAVAG zu Wort, der eine mangelnde Auslastung seiner neu erbauten Straßenbahnlinie infolge der Abrisse befürchtete.

Diese Proteste führten schließlich zur Revision der Abrisspläne. Das 2007 beschlossene Integrierte Stadtentwicklungskonzept stufte den WK VI nunmehr als Erhaltungsgebiet ein. Diese Neueinstufung ermöglichte schließlich die aktuellen Sanierungsarbeiten.


16.06.2010 - Land Brandenburg - Vorrang für den Abriss

Der Infrastrukturminister des Landes Brandenburg Jörg Vogelsänger informierte heute über die Fortsetzung des Programms "Stadtumbau Ost" in Brandenburg bis 2016.

Dabei wurde deutlich, dass auch in Zukunft vor allem der Abriss von Wohnhäusern in stark schrumpfenden Städten in den Randregionen Brandenburg gefördert werden soll. Die immer wieder geforderte Aufwertung der stabilen oder sogar wachsenden Städte im Großraum Berlin soll dagegen auch künftig nicht gefördert werden.

Konkret geplant ist, den Abriss von rund 33000 Wohnungen bis 2016 zu subventionieren. Gefördert wird der Abriss in den bisherigen Programmstädten Brandenburg/Havel, Calau, Cottbus, Eberswalde, Eisenhüttenstadt, Forst, Frankfurt/Oder, Großräschen, Guben, Kyritz, Luckenwalde, Lübbenau, Prenzlau, Rathenow, Schwedt, Sernftenberg, Spremberg, Vetschau, Wittenberge, und Wittstock. Neu aufgenommen wurden die Programmstädte Perleberg und Pritzwalk. Diese Städte hatten Stadtumbaukonzepte vorgelegt, die den Schwerpunkt auf den Abriss legen.

Abgelehnt wurden dagegen die Förderanträge der Städte Beeskow, Herzberg/Elster, Neuruppin, Oranienburg, Strausberg und Templin. Diese Städte hatten Stadtumbaukonzepte eingebracht, die vor allem auf Aufwertung setzten.

Nachbesserungsbedarf sieht das Infrastrukturministerium bei den Stadtumbaukonzepten von Finsterwalde, Fürstenwalde, Lauchhhammer, Lübben, Premnitz und Schipkau. Diese Städte haben zwar auch Abrisse vorgesehen, doch diese gehen dem Infrastrukturministerium nicht weit genug. Fürstenwalde beispielsweise will bis 2016 "nur" 500 Wohnungen abbreißen, das Ministerium verlangt den Abriss von 1500 Wohnungen. Diese Städte sollen ihr Konzept bis 2011 "nachbessern".

Diese Prioritätensetzung für den Abriss dürfte erneut für Debatten sorgen. Bereits in der Vergangenheit hatten die wachsenden Kommunen im Berliner Umland, wie Potsdam, Falkensee, Teltow oder Kleinmachnow, für eine Änderung der Stadtumbaupolitik plädiert. Diese Kommunen, die unter einem Wohnungsmangel leiden, fordern einen Kurswechsel - weg von der Abrissförderung in den schrumpfenden Städten - hin zu einer Förderung des Wohnungsneubaus in den wachsenden Städten. Die aktuellen Beschlüsse zum Stadtumbau stehen im Gegensatz zu dieser Forderung.

Unklar ist derzeit allerdings, ob die geplanten Abrisse auch umgesetzt werden können. Denn das Bundesbauministerium hat kürzlich eine Halbierung der Fördergelder für das Programm "Stadtumbau Ost" angekündigt.


12.06.2010 - Berlin - "Twin towers" von Hellersdorf werden saniert

Totgesagte leben länger - dieser Satz trifft zweifellos auf die beiden Punkthäuser Hellersdorfer Straße 171 und 173 in Berlin - Hellersdorf zu. Denn diese lange verwahrlosten Häuser werden seit Januar 2010 saniert.

Die beiden Plattenbau-Punkthäuser des Typs PH 12 wurden 1986 als Wohnhäuser errichtet. Allerdings wurden sie nie als Wohnhäuser genutzt, stattdessen dienten sie als provisorisches Rathaus für den Stadtbezirk Hellersdorf. Nach dem Auszug der Verwaltung 1998 wurden die Gebäude privatisiert, der neue Eigentümer überließ die Gebäude dem Leerstand und Verfall. 2002 sorgte die Kunstaktion "Dostoprimetschatjelnosti" im Haus Hellersdorfer Straße 173 für Aufmerksamkeit, anschließend folgte wieder der Leerstand. Mehrfach gab es Abrissanträge, doch diese scheiterten an fehlenden Fördergeldern. Denn das Stadtumbau Ost - Programm gewährte zwar Gelder für den Abriss von Wohnhäusern, nicht aber für den Abriss von Bürohäusern. Und da die Punkthäuser nie als Wohnhäuser genutzt worden waren, galten sie als Bürohäuser. Dieser Umstand rettete die Punkthäuser, die von eminenter städtebaulicher Bedeutung für Hellersdorf sind, vor dem Abriss.

Im Januar schließlich begann die türkische Baufirma Bulut mit der Sanierung der Punkthäuser. Sie umfasst Wärmedämmfassaden, Grundrissänderungen und neue Sanitärstränge. Dank der attraktiven Lage der Häuser mit Blick auf das Wuhletal dürften sich für die sanierten Häuser schnell Mieter finden lassen.

Hintergrund PH 12:

Das Punkthaus PH 12 ( 12 Geschosse, 55 Wohnungen, Plattenbau, 6,3 Mp) wurde 1978 vom VEB Wohn- und Gesellschaftsbau Frankfurt/Oder (Dipl. Ing. Güttler, Dipl. Ing. Jochen Beige, Architekt Hensel) entwickelt. Seitdem wurde es in großer Zahl sowohl im Bezirk Frankfurt/Oder als auch in Berlin errichtet.


11.06.2010 - Berlin - Wohnhochhäuser erleben eine Renaissance

Die Wohnhochhäuser des Typs WHH GT 18 scheinen sich allmählich zu einem Renner auf dem Immobilienmarkt zu entwickeln. Denn derzeit werden viele verwahrloste oder leere Häuser dieses Typs zumeist durch private Investoren saniert.

Bereits Ende September 2009 wurde mit dem Umbau des Hochhauses Altenhofer Straße 30 zu einem Niedrigenergiehaus begonnen. Lange hatte der 1978 errichtete und ab 2004 leer stehende Plattenbau vor allem für Negativschlagzeilen gesorgt. Erst der Erwerb des Gebäudes durch die Wohlfühlwohnen Berlin Altenhofer Straße 30 GmbH sorgte für eine Revitalisierung. Unter Leitung des Büros cavere construction gmbh begann die Sanierung inklusive dem Anbau einer Wärmedämmfassade , dem Balkonanbau und von Grundrissänderungen. Die Bauarbeiten befinden sich derzeit in der Endphase.

Im März 2010 begann die Sanierung des Hochhauses Andreasstraße 22. Auch dieses 1971 errichtete Hochhaus hatte für Negativschlagzeilen gesorgt. Der "Tagesspiegel" vom 11.5.2002 überschrieb einen Artikel zu dem Hochhaus: "Wohnen und gruseln in fast leerer Platte". Seit Ende 2002 war auch dieses Gebäude dem Leerstand ausgeliefert. Doch nun wird auch hier aufwändig saniert. Das baugleiche Hochhaus Andreasstraße 20, das ebenfalls jahrelang leer stand, wurde bereits 2006/2007 vom britischen Investor International Real Estate PLC zum "Silver Tower" für Beschäftigte aus den Kreativbranchen umgebaut.

Im Juni hat die Sanierung des Hochhauses Arendsweg 1 begonnen. Dieses Haus stand zwar nie komplett leer, aber es weist derzeit auch einen enormen Leerstand auf. Dieser Leerstand soll durch die Sanierung beseitigt werden. Bauherr ist die AKG Invest Two GmbH Berlin.

Und - last but not least - wird derzeit auch das Hochhaus Franz-Mehring-Platz 2/3 saniert. Bei diesem Hochhaus handelt es sich um ein Doppelhochhaus WHH GT 18/21, das 1972 errichtet wurde und derzeit als Studentenwohnheim genutzt wird. Das Studentenwerk Berlin saniert dieses Haus unter Leitung der S.T.E.R.N. GmbH (Berlin) und des Büros NVier Architekten (Berlin).

Hintergrund:

Die Hochhaustypen WHH GT 18 (einzelnes Hochhaus, 18 Geschosse, 136 Wohnungen, Plattenbau 6,3 Mp) und WHH GT 18/21 (Doppelhochhaus, 18/21 Geschosse, 296 Wohnungen, Plattenbau, 6,3 Mp) wurden 1969/1970 vom Wohnungsbaukombinat Berlin durch ein Bearbeiterkollektiv unter Leitung von Egon Kreißl, Hans-Peter Schmiedel und Manfred Zumpe entwickelt. Dieses Hochhaus wurde bis 1987 großer Zahl in Berlin errichtet. Nach 1990 fielen viele dieser Hochhäuser dem Leerstand und Verfall anheim, drei Hochhäuser (Marchwitzastraße 1/3 - Abriss 2003, Oberweißbacher Straße 2/4 - Abriss 2004, Frankfurter Allee 135 - Abriss 2004) wurden sogar abgerissen. Für diese Gebäude gab es zwar Kaufinteressenten, aber dank der Abrissförderung aus dem Stadtumbau Ost - Programm war der Abriss lukrativer als der Verkauf. Erst in den letzten Jahren sorgte das wachsende Wissen über die Qualitäten dieser Hochhäuser für eine Revitalisierung.


11.06.2010 - Cottbus - Richtfest für Hochhaussanierung

Heute wurde in Cottbus das Richtfest für die Sanierung des Hochhauses Thiemstraße 71 begangen. Die Hamburger Marseille-Kliniken bauen das Hochhaus zur Seniorenwohnanlage "Paulinen-Wohnanlage" mit 117 Wohnungen um.

Das vierzehngeschossige Plattenbau - Hochhaus wurde 1965 nach Entwürfen von Werner Fichte und Gerhard Guder errichtet. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen seltenen Hochhaus-Typ, der nur dreimal in Cottbus, zweimal in Lübbenau sowie einmal in Guben errichtet wurde und der unter Denkmalschutz steht. Ursprünglich bot es 125 Einzimmer-Apartments. Doch nach 1990 erlebte das Hochhaus einen Niedergang. Die Instandhaltung wurde vernachlässigt, der Leerstand erhöhte sich sprunghaft. Seit 1999 gab es mehrere Sanierungsprojekte, die allesamt scheiterten. Zunächst wollte das Kolping-Bildungswerk Sachsen in dem Hochhaus Studenten-Apartments einrichten, ab 2001 begann die S&P Vermögensgesellschaft mit einer Sanierung, die allerdings 2003 wieder abgebrochen wurde. Anschließend war das Gebäude dem Leerstand und Verfall ausgesetzt. Erst der Verkauf des Hochhauses an die Marseille-Kliniken sorgte für eine Renaissance des Hochhauses.

Weiterhin haben die Marseille-Kliniken ein weiteres Hochhaus gleicher Bauart in der Leipziger Straße erworben. Auch dieses Hochhaus soll demnächst saniert werden.


07.06.2010 - Sondershausen - Teilrückbau im Wohngebiet Wippertor begonnen

Die Wohnungsbaugenossenschaft "Fortschritt" Sondershausen e.G. hat am 7.6.2010 mit dem Teilrückbau des Wohnblocks Weizenstraße 2 - 8 im Wohngebiet Wippertor begonnen.

Bei diesem Gebäude handelt es sich um einen Plattenbau des Typs Wohnungsbaureihe (WBR) Erfurt. Die oberen Etagen des fünfgeschossigen Gebäudes ließen sich in den letzten Jahren aufgrund der zunehmenden Alterung der Bevölkerung immer schwieriger vermieten.

Auf diese Probleme reagiert die Wohnungsbaugenossenschaft mit einer breiten Palette an Baumaßnahmen. Die obersten beiden Etagen werden abgetragen, anstelle der vierten Etage sollen Penthäuser mit Dachterrassen entstehen. Weiterhin sind Wärmedämmfassaden, neue Balkone, der Einbau eines Aufzuges und umfangreiche Grundrissänderungen, die Schaffung von Mietergärten für die Erdgeschossbewohner vorgesehen. Am Ende sollen 21 barrierefreie Wohnungen entstehen, die für eine Nettokaltmiete von 5 Euro pro Quadratmeter vermietet werden sollen.


07.06.2010 - Görlitz - Teilrückbau in Königshufen begonnen

Die Wohnungsgenossenschaft Görlitz e.G. (WGG) hat am 7.6.2010 mit dem Teilrückbau des Wohnblocks Nordring 82 - 100 im Wohngebiet Königshufen begonnen.

Bei den betroffenen Gebäuden handelt es sich um Großblockbauten des Typs IW 64 - Brandenburg (0,8 Mp). Die oberen Etagen der fünfgeschossigen Gebäude ließen sich in den letzten Jahren aufgrund der zunehmenden Alterung der Bevölkerung immer schwieriger vermieten.

Auf diese Probleme reagiert die WGG mit dem Teilrückbau auf drei Geschosse im bewohnten Zustand. Außerdem sollen die unsanierten Wohnblöcke saniert und mit neuen Balkonen versehen werden. Geleitet werden die Bauarbeiten durch das Ingenieurbüro für Bauwesen Hans-Jürgen Goß, der Abschluss der Arbeiten ist für Ende August 2010 geplant.

Hintergrund:

Die Wohnungsgenossenschaft Görlitz e.G. (WGG) wurde 1954 gegründet und verfügt derzeit über rund 5700 Wohnungen, die sich vornehmlich in DDR-Siedlungen befinden.

Dank einer klugen Bewirtschaftungsstrategie gelang es der WGG, trotz schwieriger Rahmenbedingungen hohe Gewinne zu erwirtschaften. Görlitz musste einen Bevölkerungsrückgang von rund 78000 Einwohnern 1988 auf derzeit rund 55000 Einwohner und einen Anstieg des Wohnungsleerstandes auf 27 Prozent verkraften.

Die WGG reagierte auf diese Probleme mit einer Mischung aus Sanierungen, Umbauten, dem Anbau von Aufzügen und Balkonen, punktuellen Abrissen sowie Teilrückbauten. Zeitweilig geriet die WGG in einen Konflikt mit der Stadtverwaltung, die der WGG Sanierungsmaßnahmen mittels einer Stadtumbausatzung verbieten wollte. Am Ende konnte die WGG ihre Sanierungen dennoch durchsetzen. Der Erfolg gibt dieser Strategie Recht: Die Genossenschaft konnte 2008 einen Gewinn von 5,2 Millionen Euro und damit den höchsten Gewinn aller sächsischen Genossenschaften erwirtschaften.


07.06.2010 - Halle/Saale - Einsturzserie geht weiter

Die Einsturzserie in Halle/Saale geht weiter. Diesmal erwischte es das Gründerzeithaus Franz-Schubert-Straße 9, das teilweise einstürzte. Dachgauben fielen auf den Bürgersteig, der bereits seit Monaten wegen Einsturzgefahr gesperrt war. Passanten kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.


06.06.2010 - Halle/Saale - Hauseinsturz in der Richard-Wagner-Straße

Am 6.6.2010 kam es in Halle/Saale wieder zu einem Teileinsturz. Betroffen war ein Gründerzeithaus in der Richard-Wagner-Straße, in dem mehrere Decken zusammenbrachen. Die Richard-Wagner-Straße musste nach dem Einsturz einseitig gesperrt werden. Zudem kam es zu Störungen im Straßenbahnverkehr. Da die Fahrleitungen am eingestürzten Haus befestigt waren, musste der Straßenbahnbetrieb HAVAG neue Fahrleitungen spannen. Passanten kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.


04.06.2010 - Chemnitz - WG Einheit beendet Teilrückbau in Hutholz Süd

Am 4.6.2010 hat die Wohnungsgenossenschaft (WG) "Einheit" den Teilrückbau und die Sanierung der Wohnblöcke Walter-Ranft-Straße 20 - 34 beendet.

Bei den Objekten handelte es sich ursprünglich um sechsgeschossige Plattenbauten des Typs WBS 70/IW 83 im Wohngebiet Hutholz Süd. Dieses Wohngebiet sorgt bis heute für Konflikte, da das Chemnitzer Stadtplanungsamt einen flächigen Abriss dieses Gebietes anstrebt. Die kommunale Grundstücks- und Gebäudewirtschaftsgesellschaft Chemnitz (GGG) hat im Einklang mit dieser Planung Wohnblöcke gegen den Willen der Mieter entmietet und abgerissen.

Viele Einwohner und die WG "Einheit", der etliche Wohnblöcke in Hutholz Süd gehören, sind dagegen von der Zukunftsfähigkeit des Quartiers überzeugt. Sie schätzen die ruhige Stadtrandlage, die reizvollen Fernsichten, die gute Luft und die hervorragende Straßenbahnanbindung. Die WG "Einheit" hat deshalb in der Vergangenheit schon zahlreiche Teilrückbauten und Sanierungen in Hutholz Süd durchgeführt.

Diese Entwicklung wurde mit dem Umbau der Wohnblöcke Walter-Ranft-Straße 20 - 34 fortgesetzt. Die Arbeiten umfassten den Teilrückbau auf drei Geschosse, den Anbau neuer Balkone, den Anbau einer Wärmedämmfassade und Grundrissänderungen. Die Leitung der Umbauten oblag dem Chemnitzer Büro A&P - Architektur- und Planungsbüro.

Für die Zukunft plant die Genossenschaft den Neubau von Eigentumswohnungen auf den Abrissflächen der GGG in Hutholz Süd.


03.06.2010 - Crimmitschau - Immer mehr Ruinen

Die Stadt Crimmitschau hat mit einer zunehmenden Zahl an Ruinen zu kämpfen. Rund 40 Gebäude sind mittlerweile dermaßen marode, dass sie eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen.

Verschärft wird das Problem durch die Tatsache, dass diese Ruinen Privateigentümern gehören, die jeden Kontakt mit der Stadtverwaltung vermeiden. Deshalb muss die Stadt immer häufiger auf eigene Kosten die Ruinen sichern oder von Müll beräumen. Eine Lösung der Problematik ist derzeit nicht in Sicht.


02.06.2010 - Chemnitz - GGG-Geschäftsführerin fordert Reform des Stadtumbau Ost - Programms

Die Geschäftsführerin der kommunalen Grundstücks- und Gebäudewirtschaftsgesellschaft Chemnitz (GGG), Simone Kalew, fordert heute in einem Interview mit der Freien Presse eine Reform des Programms Stadtumbau Ost. Einerseits fordert sie eine stärkere Förderung von Abrissen privater Hauseigentümer. In Chemnitz würden 60 Prozent aller Wohnungen Privateigentümern gehören, hier würde sich auch die Masse des Wohnungsleerstandes konzentrieren. Diese Privateigentümer hätten sich bisher allerdings kaum am Stadtumbau Ost beteiligt. Weiterhin müsse die Stadt festlegen, welche Altbauquartiere erhalten und welche Altbauquartiere abgerissen werden sollten.

Andererseits plädiert die Geschäftsführerin eine bessere Förderung des Teilrückbaus von Plattenbauten.


22.05.2010 - Eisleben - Umbauprojekt in der Altstadt begonnen

Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft der Lutherstadt Eisleben mbH (WOBAU) hat mit der Realisierung des Sanierungs- und Neubauprojektes Petrihöfe begonnen.

Konkret geht es um die Umgestaltung der Grundstücke Petristraße 8, 10, 11, 12 in der Altstadt von Eisleben. Die Ackerbürgerhöfe, die zwischen 1507 und 1694 erbaut worden waren und unter Denkmalschutz standen, waren in den letzten Jahren vom Leerstand und Verfall betroffen. Die Gebäude Petristraße 8 und 10 gehörten der WOBAU, die Gebäude Petristraße 11 und 12 befanden sich in privatem Besitz, die an einer Sanierung der Häuser nicht interessiert waren. In mehreren Workshops mit der Stadtverwaltung, dem Büro für urbane Projekte (Leipzig), der Unteren Denkmalbehörde und dem Landesdenkmalamt von Sachsen-Anhalt wurde ab 2003 nach einer Lösung für die baukulturell wertvollen Gebäude gesucht. Am Ende wurde 2006 ein "Konzeptioneller Stadtumbauplan mit integrierter Denkmalpflege" beschlossen, der eine Mischung aus Abriss und Sanierung für den Bereich Petristraße vorsah.

Derzeit werden erste Schritte zur Verwirklichung dieses Konzeptes unternommen. Die WOBAU hat bereits die beiden Häuser Petristraße 11 und 12 erworben. Das Haus Petristraße 12 wird gerade abgerissen, das Haus Petristraße 11 soll gesichert werden.

Die Gebäude Petristraße 8 und 10 sollen dagegen saniert und um einen Neubau ergänzt werden. Nach einem Entwurf des Büros Kirchner & Przyborowski (Burg) sind 15 bis 20 Wohnungen mit Größen zwischen 38 und 115 Quadratmetern geplant. Die Baukosten von 3,2 Millionen Euro werden durch Eigenmittel der WOBAU sowie durch Städtebaufördermittel des Bundes, des Landes und der Stadt finanziert. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2011 geplant.

Hintergrund:

Eisleben erlebte nach 1990 eine schwere Wirtschaftskrise. Zuerst mußte der einst wichtigste Arbeitgeber der Stadt, das „Mansfeld-Kombinat“, seine Arbeit einstellen, dann stieg die Arbeitslosenquote auf über 25 Prozent an, anschließend folgten eine Abwanderung, ein Bevölkerungsrückgang von 26000 auf rund 19000 Einwohner und ein Anstieg des Wohnungsleerstandes auf rund 10 Prozent. Besonders stark betroffen vom Leerstand war die Altstadt, die rund 96 Hektar umfasst und in der sich 269 Einzeldenkmäler befinden. Hier schnellte der Leerstand auf 24 Prozent empor. Die Hauseigentümer reagierten auf die Vermietungsschwierigkeiten auf unterschiedliche Weise. Viele ließen ihre Häuser verfallen, einige von ihnen warteten ab, bis sie ihre unrentablen Objekte durch Einstürze los wurden, andere versuchten vergeblich, ihre Denkmäler zu verschenken. Am Ende rissen Abbrüche und Einstürze immer größere Löcher in den Stadtkörper.

Das 2001 beschlossene Integrierte Stadtentwicklungskonzept sah den Abriss von 200 Wohnungen in der Altstadt vor. Dieses Konzept wurde in mehreren Workshops präzisiert, die 2006 in den "Konzeptionellen Stadtumbauplan mit integrierter Denkmalpflege" mündeten.


20.05.2010 - Weisswasser - Teilrückbau in Weisswasser-Süd begonnen

Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft mbH Weisswasser (WBG) hat mit der Umgestaltung des Karrees Heinrich-Hertz-Straße 26 - 32, Juri-Gagarin-Straße 1 - 10 und 11 - 20 sowie Schweigstraße 1 - 10 begonnen.

Bei diesen Gebäuden handelt es sich um fünfgeschossige Plattenbauten des Typs P 2. Die WBG verwirklicht hier eine breite Palette an Baumaßnahmen. Einige Aufgänge werden komplett abgerissen, andere Gebäude werden auf bis zu drei Geschosse rückgebaut und durch Dachterrassen aufgewertet. Weitere Gebäude bleiben komplett erhalten und werden mit Aufzügen ausgestattet. Zudem sollen alle sanierten Gebäude Wärmedämmfassaden und neue Balkone erhalten.

Die Baukosten werden rund 2,4 Millionen Euro betragen, der Abschluss der Bauarbeiten ist für 2012 geplant.


17.05.2010 - Neubrandenburg - Teilrückbau auf dem Datzeberg hat begonnen

Die Neubrandenburger Wohnungsbaugenossenschaft e.G. (NEUWOBA) hat mit dem Teilrückbau der Wohnblöcke Alfred-Haude-Straße 29 - 39 im Wohngebiet Datzeberg begonnen.

Bei diesen Gebäuden handelt es sich um Plattenbauten des Typs WBS 70. Die oberen Etagen der sechsgeschossigen Gebäude ließen sich in den letzten Jahren aufgrund der zunehmenden Alterung der Bevölkerung immer schwieriger vermieten.

Auf diese Probleme reagiert die NEUWOBA mit dem Teilrückbau auf drei bzw. vier Geschosse im bewohnten Zustand. Geleitet werden die Bauarbeiten durch das Planungsbüro Implabau (Neubrandenburg).

Hintergrund:

Das Wohngebiet Datzeberg wurde von 1976 bis 1981 nach Entwürfen von Iris Grund (Kollektivleitung), Günter Gisder (Städtebau), Manfred Hartung (Hochbauprojektierung), Heinz Just (Verkehrskonzept) und Ingeborg Knipper (Freiflächengestaltung) errichtet. Ursprünglich umfasste es 3534 Wohnungen, die in fünf-, sechs, elf- und vierzehngeschossigen Wohnblöcken des Typs WBS 70 untergebracht waren.

Das Wohngebiet Datzeberg profitierte vor allem von seiner reizvollen Lage auf einer Anhöhe, die weite Ausblicke auf die Stadt Neubrandenburg und die mecklenburgische Landschaft gewährte.

Nach 1990 musste die Stadt Neubrandenburg und somit auch das Wohngebiet Datzeberg einen Bevölkerungsrückgang hinnehmen. Vor allem die oberen Etagen in den fünf- und sechsgeschossigen Wohnblöcken fanden immer seltener Mieter. Auf diese Lage reagierten die beiden großen Neubrandenburger Wohnungsunternehmen NEUWOBA und Neuwoges durch einen punktuellen Abriss einiger Wohnblöcke und durch Teilrückbauten.


12.05.2010 - Leipzig - Wieder ein Hauseinsturz

Die Leipziger Einsturzserie geht weiter. Diesmal war das Gründerzeitmietshaus Antonienstraße 46 / Ecke Klingerstraße betroffen. Das Gebäude wurde in den letzten Jahren dem Leerstand und Verfall überlassen. Ein Teileinsturz sorgte schließlich für eine akute Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, weshalb sich das Bauordnungsamt zu einem Abriss gezwungen sah. Der Abriss soll bis zum 21.5. 2010 beendet sein.


11.05.2010 - Halle/Saale - Teilrückbau am Schülershof hat begonnen

Die kommunale Hallesche Wohnungsgesellschaft (HWG) hat mit dem Teilrückbau des Hochhauses am Schülershof begonnen.

Das Hochhaus wurde von 1964 bis 1970 nach Entwürfen von H. Hübner und O. Dennecke in Plattenbauweise errichtet. Es umfasste 124 Ein- und 12 Zweiraumwohnungen. Das Hochhaus und die zeitgleich entstandene fünfgeschossige Wohnzeile in der Nachbarschaft waren umstritten, da sie nur wenig Rücksicht auf die Altstadtstrukturen nahmen. Das Hochhaus sorgte zudem für eine Beeinträchtigung der charakteristischen "Fünf-Türme-Silhouette" der Altstadt.

Diese Probleme sollen durch den Teilrückbau gelöst werden. Geplant sind ein Teilrückbau auf 8 Geschosse, der Anbau einer Wärmedämmfassade und von Loggien sowie Grundrissänderungen. Im März 2011 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.


10.05.2010 - Erfurt - Protest gegen Abrisspläne erfolgreich

Im Erfurter Wohngebiet Wiesenhügel hat am 10.5.2010 die Sanierung von 316 Wohnungen begonnen. Bei den betroffenen Gebäuden handelt es sich um Plattenbauten der Wohnungsbaureihe Erfurt im Schlehdornweg, im Seidelbastweg, im Färberwaidweg und im Holunderweg. Diese Wohnblöcke will die kommunale Wohnungsgesellschaft KOWO mit Wärmedämmfassaden, zusätzlichen Balkonen, neuen Fenstern und zusätzlichen Fenstern an der Giebelseite ausstatten. Die Baukosten sollen 7,7 Millionen Euro betragen, die Fertigstellung ist für den Herbst 2010 geplant.

Diese Sanierung ist auch deshalb bemerkenswert, weil die KOWO im Sommer 2007 den Abriss der Wohnblöcke angekündigt hatte. Die Folge war die Entstehung einer Bürgerinitiative, die sich gegen die Abrisspläne zur Wehr setzte. Nach langen Auseinandersetzungen konnte die Bürgerinitiative schließlich die Häuser retten.


10.05.2010 - Leipzig - Hauseinsturz in der Bernhardstraße

Wieder ist in Leipzig ein Haus eingestürzt. Diesmal traf es das Gründerzeitmietshaus Bernhardstraße 15. Das Gebäude wurde in den letzten Jahren dem Leerstand und Verfall überlassen. Ein Teileinsturz sorgte schließlich für eine akute Gefährdung sowohl der öffentlichen Sicherheit als auch der Sicherheit des Nachbarhauses Bernhardstraße 13. Folgerichtig erfolgte eine Evakuierung der Mieter des Hauses Bernhardstraße 13 und der anschließende Abriss der Ruine.


08.05.2010 - Leipzig - Hausabriss nach Brand

Wieder ist in Leipzig ein Haus abgebrannt. Diesmal traf es ein Gründerzeitmietshaus in der Lützner Straße. Das Gebäude wurde in den letzten Jahren dem Leerstand und Verfall überlassen. Am Morgen des 8.5.2010 ist in dem Gebäude schließlich ein Brand ausgebrochen, der höchstwahrscheinlich durch Brandstifter verursacht wurde. Nach dem Löschen des Brandes erfolgte der Abriss des Gebäudes.


06.05.2010 - Halle/Saale - Ökologischer Stadtumbau in Halle-Neustadt

Die kommunale Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt (GWG) hat mit der energetischen Sanierung von Plattenbauten in Halle - Neustadt begonnen.

Geplant ist der Anbau von Wärmedämmfassaden und der Bau von Sonnenkollektoren, die auf den Dächern der Wohnblöcke montiert werden sollen und die für die Warmwasserbereitung und die Heizung genutzt werden sollen. Vorgesehen ist der Bau von Solaranlagen auf den Wohnblöcken Zerbster Straße 1 - 23, Harzgeroder Straße 18 - 30 und Blankenburger Weg 11 - 14. Durch sie soll der Energiebedarf für Heizung und Warmwasser um 7 bis 9 Prozent reduziert werden. Die Sanierungsarbeiten sollen insgesamt 14,5 Millionen Euro kosten und Anfang 2011 beendet sein.

Zudem soll das Punkthochhaus Am Bruchsee 6 mit einer Wärmerückgewinnungsanlage ausgestattet werden.


03.05.2010 - Chemnitz - Sabotageakt gegen die WG "Einheit"

In der Nacht vom 30.4. zum 1.5.2010 ist es im Wohnhaus Albert-Neubert-Straße 68 - 72 der Wohnungsgenossenschaft (WG) "Einheit" zu einem Sabotageakt gekommen. Dabei haben die Täter im frisch sanierten Haus Wasserhähne aufgedreht und Ventile herausgerissen. Auf diese Weise wurden sieben Wohnungen beschädigt. Die Verantwortlichen der WG "Einheit" vermuten aufgrund der Professionalität des Vorgehens, dass es sich bei dieser Aktion um einen gezielten Sabotageakt gehandelt hat.

Die Sanierungen der WG "Einheit" im Wohngebiet Markersdorf Süd, zu dem auch der Block Albert-Neubert-Straße 68 -72 gehört, hatten in den letzten Jahren für heftige Kontroversen gesorgt. Während Mieter und Bürgerinitiativen die Sanierungsmaßnahmen der WG "Einheit" unterstützten, plädierten die Stadtverwaltung und die Initiative "Stadtforum Chemnitz" für größere Abrisse im Wohngebiet.


28.04.2010 - Potsdam - Infrastrukturminister Vogelsänger kündigt Förderung für den Wohnungsneubau an

Der brandenburgische Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger kündigte heute im Rahmen einer Grundsteinlegung der Wohnungsgenossenschaft "Karl Marx" in Potsdam eine Wiederaufnahme der öffentlichen Förderung von Wohnungsneubauten an. Details nannte der Minister allerdings nicht.

Hintergrund:

Das Land Brandenburg hatte bis 2004 den Neubau von Wohnungen im Sozialen Wohnungsbau gefördert. Anschließend erfolgte eine Einstellung der Neubauförderung, da in etlichen brandenburgischen Städten Leerstandsprobleme auftraten und die Landesregierung die Fördergelder vor allem für Wohnungsabrisse im Rahmen des Programms "Stadtumbau Ost" einsetzte. Die Folge war allerdings ein massiver Wohnungsmangel in wachsenden Städten und Gemeinden Brandenburgs, wie in Potsdam, Falkensee oder Kleinmachnow. Folgerichtig forderten die betroffenen Kommunen regelmäßig eine Wiederaufnahme der Förderung von Wohnungsneubauten.


28.04.2010 - Potsdam - Wohnungsgenossenschaft "Karl Marx" startet Neubau

Am 28.4.2010 wurde im Wohngebiet Waldstadt der Grundstein für eine Wohnanlage mit 68 Wohnungen gelegt.

Auf dem Baugelände Saarmunder Straße 2 - 4 befand sich bis 2002 ein Oberstufenzentrum. Nach der Schließung wurden die Schulgebäude dem Leerstand und Verfall überlassen. 2006 entschloss sich die Wohnungsgenossenschaft "Karl Marx" zum Kauf des rund 10000 Quadratmeter großen Grundstücks. Anschließend erfolgte die Planung der Wohnanlage im Dialog mit den Genossenschaftern. Vorgesehen sind vier Wohnhäuser mit 68 barrierefreien Wohnungen und eine Tiefgarage mit 60 Stellplätzen. Auch ökologische Finessen, wie Erdwärmepumpen, sind eingeplant. Die Baukosten sollen 7,5 Millionen Euro betragen, die Kosten pro Quadratmeter Wohnfläche betragen demnach 1450 Euro. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2011 geplant.

Für 2014 ist ein zweiter Bauabschnitt mit 130 Wohnungen geplant.


20.04.2010 - Zeitz - Wohnungsgenossenschaft trotzt dem Leerstand

Die Zeitzer Wohnungsgenossenschaft (ZWG) plant auch für 2010 weitere Sanierungen. Die Genossenschaft verfügt über 1791 Wohnungen, vor allem während der DDR-Zeit errichtet wurden. Obwohl in Zeitz 24,5 Prozent aller Wohnungen leer stehen, verzeichnet die ZWG einen Leerstand von lediglich 5 Prozent. Die Folge ist eine gute Finanzlage, die weitere Sanierungen möglich macht. Wohnungsabrisse sind dagegen nicht vorgesehen.


15.04.2010 - Zeitz - "Mut zur Lücke" in der Altstadt

Der aktuelle Entwurf für eine Fortschreibung des Rahmenplanes für die Altstadt sieht verstärkte Abrisse vor. Unter dem Motto "Mut zur Lücke" sollen vor allem in der Rahnestraße, dem Brühl und der Scharrenstraße Altbauten abgerissen werden. Die Abrissflächen sollen zu Parkplätzen oder Grünflächen umgenutzt werden.

Hintergrund:

Zeitz diente vom 13. bis 16. Jahrhundert als Bischofssitz und vom 17. bis 18. Jahrhundert als Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Zeitz. Von dieser Zeit kündet der wertvolle Altstadtkern mit Bürgerhäusern aus der Renaisssance- und Barockzeit. Heute ist dieser baukulturelle Schatz allerdings gefährdet. Denn Zeitz musste nach 1990 den Zusammenbruch der wichtigsten Arbeitgeber (z.B. Zekiwa - des größten Kinderwagenwerks Europas) und massive Bevölkerungsverluste verkraften. Die Bevölkerungszahl verringerte sich von 42520 Einwohnern 1988 auf 28000 Einwohner 2006. Die Folge dieses Aderlasses war ein Anstieg des Wohnungsleerstandes. Besonders dramatisch entwickelte sich die Situation in der Altstadt, wo der Wohnungsleerstand bis 2001 auf 41,1 Prozent emporschnellte. Die Konsequenz war eine zunehmende Investitionszurückhaltung privater Hauseigentümer. Viele Eigentümer überließen ihre Baudenkmäler dem Verfall oder gar dem Abriss.

Die Stadtverwaltung hat versucht, den Leerstand in der Altstadt durch den massenhaften Abriss von DDR-Wohnungen zu entschärfen. Zwischen 2001 und 2006 fielen 770 Plattenbauwohnungen der Abrissbirne zum Opfer. Die Stadt hoffte auf Umzüge aus den Plattenbauten in die Altstadt.

In der Praxis allerdings erwies sich diese Strategie als Fehlschlag. Viele der vom Abriss betroffenen Plattenbaubewohner zogen nicht in die Altstadt, sondern verließen Zeitz ganz. Folgerichtig konnte keine Stabilisierung der Altstadt erreicht werden. Bis 2006 stieg der Leerstand in der Altstadt weiter auf 44,5 Prozent an. Folgerichtig gingen wertvolle Baudenkmäler, wie ein Kaufmannshaus aus der Renaissancezeit in der Messerschmiedestraße verloren.

Eine Ende des Bevölkerungsrückganges in Zeitz ist derzeit nicht abzusehen.


10.04.2010 - Dessau - Junkerssiedlung wird zur Wildwiese

Auf den Abrissflächen der ehemaligen Junkerssiedlung an der Rodebillestraße wurde heute ein Forschungsprojekt der Fachhochschule Anhalt zur Renaturierung von Abrissflächen gestartet. Geplant ist die Schaffung einer Wildwiese und eines Waldes, durch die besonders niedrige Pflegekosten erreicht werden sollen.

Geleitet wird das Projekt von Prof. Birgit Felinks von der Fachhochschule Anhalt, die Kosten von 120000 Euro werden von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt getragen.

Hintergrund:

Die Junkerssiedlung wurde um 1935 für Beschäftigte der Junkers-Werke errichtet. Nach 1990 erlebte die Siedlung einen drastischen Bevölkerungsverlust, der schließlich zu einer Leerstandsquote von 100 Prozent führte. Die leere Siedlung wurde als Übungsplatz für die Feuerwehr genutzt und ab 2003 schrittweise abgerissen.


09.04.2010 - Halle/Saale - Wieder ein Abriss in der Ludwig-Wucherer-Straße

Derzeit wird in Halle/Saale das Baudenkmal Ludwig-Wucherer-Straße 7 abgerissen. Das spätklassizistische Wohnhaus wurde um 1870 errichtet. Nach 1990 fiel das Gebäude dem Leerstand und Verfall anheim. Da eine Sanierung nicht lohnend erschien, entschied sich der Privateigentümer schließlich zum Abriss des Gebäudes.

Hintergrund:

Halle/Saale musste nach 1990 einen dramatischen Bevölkerungsrückgang von rund 330000 Einwohnern auf derzeit rund 230000 Einwohner verkraften. Die Folge war ein Wohnungsleerstand in der Gesamtstadt auf rund 18 Prozent. Weit überdurchschnittlich vom Leerstand betroffen waren allerdings die Gründerzeitquartiere und die Altstadt, wo der Wohnungsleerstand auf 27,3 Prozent hochschnellte.

In den letzten Jahren hatte die Stadtverwaltung versucht, den Leerstand in den Altbauquartieren durch einen massiven Abriss in den DDR-Siedlungen zu bekämpfen. Seit 2000 wurden in Halle/Saale rund 10000 Wohnungen abgerissen, ein Großteil von ihnen waren Plattenbauwohnungen aus der DDR-Zeit. Häufig wurden sogar gut belegte Wohnblöcke abgerissen. Die betroffenen Mieter wurden oft gegen ihren Willen aus ihren Wohnungen herausgekündigt, Bürgerproteste gegen die Abrisse wurden ignoriert. Die Stadt hoffte, auf diese Weise Plattenbaubewohner zum Umzug in die Altbauquartiere motivieren zu können.

In der Praxis allerdings wurde das Ziel einer Belebung der Altbauquartiere klar verfehlt. Ein Großteil der Plattenbaubewohner war nicht bereit, in eine Altbauwohnung zu ziehen. Einerseits sorgten städtebauliche Defizite, wie Grünflächenmangel, unattraktive Ausblicke, fehlende Balkone, und der Parkplatzmangel, für eine geringe Umzugsneigung. Gleichzeitig waren viele Plattenbaubewohner nicht willens oder in der Lage, die relativ hohen Mieten in den Altbauquartieren zu zahlen.

Die Folge war eine Verfestigung des Wohnungsleerstandes im Altbau und eine geringe Investitionsneigung der Hauseigentümer. Viele Hauseigentümer lassen ihre Häuser verfallen und scheuen selbst einfachste Sicherungsmaßnahmen. Die Folge sind zunehmende Abrisse und Einstürze von kaum vermietbaren Altbauten.

Ein Ende der Einstürze ist nicht in Sicht, da die Statistiker einen weiteren Rückgang der Einwohnerzahl in Halle/Saale vorhersagen.


31.03.2010 - Zeitz - Private Hauseigentümer fordern mehr Abrisse in der Innenstadt

Die "Arbeitsgruppe Schützenstraße" hat verstärkte Abrisse in der Innenstadt gefordert. Bei der Arbeitsgruppe handelt es sich um eine Initiative privater Hauseigentümer in der Innenstadt, die ihre Häuser nach 1990 saniert haben und derzeit mit Leerstandsproblemen zu kämpfen haben. Anlass der Forderungen ist ein aktueller Entwurf für eine Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzeptes, der weitere Sanierungen in der Innenstadt vorsieht. Diese würden nach Ansicht der Hauseigentümer zu einer Verschärfung der Lerstandssituation führen.

Hintergrund:

Zeitz diente vom 13. bis 16. Jahrhundert als Bischofssitz und vom 17. bis 18. Jahrhundert als Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Zeitz. Von dieser Zeit kündet der wertvolle Altstadtkern mit Bürgerhäusern aus der Renaisssance- und Barockzeit. Heute ist dieser baukulturelle Schatz allerdings gefährdet. Denn Zeitz musste nach 1990 den Zusammenbruch der wichtigsten Arbeitgeber (z.B. Zekiwa - des größten Kinderwagenwerks Europas) und massive Bevölkerungsverluste verkraften. Die Bevölkerungszahl verringerte sich von 42520 Einwohnern 1988 auf 28000 Einwohner 2006. Die Folge dieses Aderlasses war ein Anstieg des Wohnungsleerstandes. Besonders dramatisch entwickelte sich die Situation in der Altstadt, wo der Wohnungsleerstand bis 2001 auf 41,1 Prozent emporschnellte. Die Konsequenz war eine zunehmende Investitionszurückhaltung privater Hauseigentümer. Viele Eigentümer überließen ihre Baudenkmäler dem Verfall oder gar dem Abriss.

Die Stadtverwaltung hat versucht, den Leerstand in der Altstadt durch den massenhaften Abriss von DDR-Wohnungen zu entschärfen. Zwischen 2001 und 2006 fielen 770 Plattenbauwohnungen der Abrissbirne zum Opfer. Die Stadt hoffte auf Umzüge aus den Plattenbauten in die Altstadt.

In der Praxis allerdings erwies sich diese Strategie als Fehlschlag. Viele der vom Abriss betroffenen Plattenbaubewohner zogen nicht in die Altstadt, sondern verließen Zeitz ganz. Folgerichtig konnte keine Stabilisierung der Altstadt erreicht werden. Bis 2006 stieg der Leerstand in der Altstadt weiter auf 44,5 Prozent an. Folgerichtig gingen wertvolle Baudenkmäler, wie ein Kaufmannshaus aus der Renaissancezeit in der Messerschmiedestraße verloren.

Eine Ende des Bevölkerungsrückganges in Zeitz ist derzeit nicht abzusehen.


30.03.2010 - Prettin - Stadtverwaltung ersteigert Haus für den Abriss

Die Stadtverwaltung von Prettin hat kürzlich das leer stehende Haus Hohe Straße 6 zum Nulltarif "ersteigert". Die Stadtverwaltung plant den Abriss des in der Innenstadt gelegenen Hauses.

Mit diesem Abriss dürfte die Abrisswelle in der Prettiner Innenstadt noch längst nicht beendet sein. Denn derzeit gibt es in der Innenstadt rund 20 verfallene Altbauten, deren Abriss unvermeidlich erscheint.


26.03.2010 - Halle/Saale - Abriss in der Ludwig-Wucherer-Straße

Derzeit wird in Halle/Saale das Baudenkmal Ludwig-Wucherer-Straße 5 abgerissen. Das spätklassizistische Wohnhaus wurde 1872/1873 von dem Architekten Richard Loest errichtet. Nach 1990 fiel das Gebäude dem Leerstand und Verfall anheim. Da eine Sanierung nicht lohnend erschien, entschied sich der Privateigentümer schließlich zum Abriss des Gebäudes.

Hintergrund:

Halle/Saale musste nach 1990 einen dramatischen Bevölkerungsrückgang von rund 330000 Einwohnern auf derzeit rund 230000 Einwohner verkraften. Die Folge war ein Wohnungsleerstand in der Gesamtstadt auf rund 18 Prozent. Weit überdurchschnittlich vom Leerstand betroffen waren allerdings die Gründerzeitquartiere und die Altstadt, wo der Wohnungsleerstand auf 27,3 Prozent hochschnellte.

In den letzten Jahren hatte die Stadtverwaltung versucht, den Leerstand in den Altbauquartieren durch einen massiven Abriss in den DDR-Siedlungen zu bekämpfen. Seit 2000 wurden in Halle/Saale rund 10000 Wohnungen abgerissen, ein Großteil von ihnen waren Plattenbauwohnungen aus der DDR-Zeit. Häufig wurden sogar gut belegte Wohnblöcke abgerissen. Die betroffenen Mieter wurden oft gegen ihren Willen aus ihren Wohnungen herausgekündigt, Bürgerproteste gegen die Abrisse wurden ignoriert. Die Stadt hoffte, auf diese Weise Plattenbaubewohner zum Umzug in die Altbauquartiere motivieren zu können.

In der Praxis allerdings wurde das Ziel einer Belebung der Altbauquartiere klar verfehlt. Ein Großteil der Plattenbaubewohner war nicht bereit, in eine Altbauwohnung zu ziehen. Einerseits sorgten städtebauliche Defizite, wie Grünflächenmangel, unattraktive Ausblicke, fehlende Balkone, und der Parkplatzmangel, für eine geringe Umzugsneigung. Gleichzeitig waren viele Plattenbaubewohner nicht willens oder in der Lage, die relativ hohen Mieten in den Altbauquartieren zu zahlen.

Die Folge war eine Verfestigung des Wohnungsleerstandes im Altbau und eine geringe Investitionsneigung der Hauseigentümer. Viele Hauseigentümer lassen ihre Häuser verfallen und scheuen selbst einfachste Sicherungsmaßnahmen. Die Folge sind zunehmende Abrisse und Einstürze von kaum vermietbaren Altbauten.

Ein Ende der Einstürze ist nicht in Sicht, da die Statistiker einen weiteren Rückgang der Einwohnerzahl in Halle/Saale vorhersagen.


19.03.2010 - Köthen - Der älteste Profanbau der Stadt wird abgerissen

Die Alte Apotheke, der älteste Profanbau von Köthen, soll abgerissen werden.

Das Gebäude in der Marktstraße 4 wurde um 1500 errichtet und seitdem mehrfach umgebaut. Nach 1990 fiel auch dieses Gebäude dem Leerstand und Verfall anheim. Der Privateigentümer sah keine Chance für eine rentable Bewirtschaftung des Gebäudes und überließ das Haus deshalb dem Verfall.

Vor zwei Jahren erwarb die kommunale Wohnungsgesellschaft Köthen (WGK) das Baudenkmal. Nach Bauuntersuchung stellte sich heraus, dass eine Sanierung des Gebäudes auch für die WGK nicht finanzierbar gewesen wäre. Die Baukosten von einer Million Euro hätten sich selbst bei der Gewährung von Fördergeldern in Höhe von 270000 Euro nicht amortisiert. Folgerichtig beschloss die WGK den Abriss der Alten Apotheke, der in den nächsten Wochen erfolgen soll.


06.03.2010 - Halle/Saale - Bürgerinitiative kämpft gegen Abriss der Riebeckplatz-Hochhäuser

In Halle/Saale hat sich heute hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die den Abriss der markanten Zwillingshochhäuser verhindern will. Zu diesem Zweck sollen Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen den Hochhausabriss gesammelt werden. Ziel ist die Sammlung von 10.000 Unterschriften. Initiator der Aktion ist Reiner Halle, der ab 1967 als Generalbauleiter für die damalige Umgestaltung des Riebeckplatzes (damals Thälmannplatz) verantwortlich war.

Hintergrund:

Erbaut wurden die Riebeckplatz-Hochhäuser zwischen 1968 und 1970 nach Entwürfen von Alfred Möller, Ulrich Tielsch, Peter Spiesecke und Sigrid Schaller. Sie boten insgesamt 258 Wohnungen mit großzügigen Grundrissen, großen Fensterbändern und Loggien, die einen attraktiven Panoramablick auf die Stadt gewährten. Dank dieser Qualitäten und der zentralen Lage avancierten die Hochhäuser schnell zu einer gefragten Wohnadresse. 1998 entschloss sich die Eigentümerin, die stadteigene Hallesche Wohnungsgesellschaft (HWG), zu einer Sanierung der Gebäude für 8 Millionen Euro. In Vorbereitung der Bauarbeiten wurden die Wohnungen bis 2001 freigezogen. Doch 2002 stellte sich heraus, dass der HWG für die Sanierung die Gelder fehlten. Stattdessen beschloss sie den Verkauf der Hochhäuser. Für die Gebäude fanden sich mehrere Interessenten, darunter auch ein Investor, der in Halle-Neustadt bereits ähnliche Hochhäuser saniert und vollständig vermietet hatte. Dieser Investor kündigte die baldige Sanierung der Riebeckplatz-Hochhäuser an.

Doch 2004 zog die HWG plötzlich ihre Verkaufspläne zurück. Stattdessen wurde nun der Abriss der Hochhäuser geplant. Begründet wurde die Kehrtwende mit der Befürchtung, dass ein privater Investor der HWG Konkurrenz machten könnte. Unterstützung erfuhren die Abrisspläne durch das Stadtplanungsamt. Die städtischen Planungen sahen nunmehr einen vollständigen Abriss aller Wohnhäuser am Riebeckplatz vor, da nach Meinung der Stadtplaner an dem innerstädtischen Standort die nötige Wohnruhe nicht gewährleistet wäre. 2006 folgte ein Wettbewerb für eine Neugestaltung des Riebeckplatz. Der Siegerentwurf sah die Verwandlung des innerstädtischen Platzes in einen "urbanen Wald" vor.

Doch dann nahm die Geschichte eine erneute Wendung. Einerseits machte die GWG, die zweite stadteigene Wohnungsgesellschaft, gute Erfahrungen mit der Hochhaussanierung. Sie sanierte 2005 ein ähnliches Hochhaus in Halle-Neustadt für 1,2 Millionen Euro und konnte dieses vollständig vermieten. Andererseits schaltete sich im Herbst 2006 der Landesrechnungshof von Sachsen-Anhalt ein. Dieser kritisierte eine ungenügende Prüfung preiswerter Sanierungsoptionen, beanstandete die Ablehnung der Kaufangebote und bemängelte, dass ein Abriss der Hochhäuser einer wünschenswerten Stärkung des innerstädtischen Wohnens entgegenlaufen würde.

Anfang 2007 gelobten Stadt und HWG Besserung. Sie richteten einen Architekturwettbewerb für einen Umbau der Riebeckplatz- Hochhäuser aus, bei dem allerdings nur sehr vage Vorgaben formuliert wurden. Folgerichtig brachte der Wettbewerb vor allem extrem aufwändige Umbaukonzepte. Der Sieger Max Dudler wollte die beiden Hochhäuser für 22 Millionen Euro umbauen und zudem ein drittes Hochhaus errichten. Schnell stellte sich heraus, dass diese Visionen nicht bezahlbar waren. Am 19.3.2009 beschloss ein "Hochhaus-Tisch" aus Vertretern der HWG und der Stadtverwaltung den Abriss der Hochhäuser bis spätestens 2010. An ihrer Stelle wurde ein 90 Meter hohes Bürohochhaus für 15 Millionen Euro geplant, dessen konkrete Gestalt in einem Architekturwettbewerb gefunden werden sollte. Um dieses Projekt ist es mittlerweile allerdings sehr still geworden.


05.03.2010 - Leipzig - Teileinsturz im Leipziger Osten

Erneut kam es im Leipziger Osten zu einem Teileinsturz. Diesmal traf es das Eckhaus an der Hermann-Liebmann-Straße / Ecke Eisenbahnstraße, das am 5.3.2010 einen Teil seiner Fassade verlor. Zwar war das Haus mit Auffangnetzen versehen, die Passanten vor herabfallenden Fassadenteilen schützen sollten. Allerdings hielten diese Netze dem Gewicht der Gesteinmassen nicht stand und rissen.

Glücklicherweise wurden bei dem Teileinsturz keine Personen verletzt.


03.03.2010 - Zittau - Erneut Einsturzgefahr in der Altstadt

Erneut musste in der Zittauer Altstadt eine Straße wegen der Einsturzgefahr eines Hauses gesperrt werden. Diesmal erwischte es die Böhmische Straße, die wegen der akuten Einsturzgefahr des Wohnhauses Böhmische Straße 9 gesperrt werden musste.

Hintergrund:

Zittau war im 17. und 18. Jahrhundert eine wichtige Handelsstadt. Von dieser Zeit kündet der wertvolle Altstadtkern mit prunkvollen Kaufmannshäusern aus der Renaissance- und Barockzeit. Heute ist dieser baukulturelle Schatz allerdings gefährdet. Denn Zittau musste nach 1990 einen massiven Bevölkerungsverlust verkraften. Die Bevölkerungszahl verringerte sich von 38000 Einwohnern 1988 auf 29000 Einwohner 2008. Die Folge dieses Aderlasses war ein Anstieg des Wohnungsleerstandes auf 24,9 Prozent in der Gesamtstadt. Besonders dramatisch entwickelte sich die Situation in der Altstadt, wo der Wohnungsleerstand auf 35,4 Prozent emporschnellte. Die Konsequenz war eine zunehmende Investitionszurückhaltung privater Hauseigentümer. Viele Eigentümer überließen ihre Baudenkmäler dem Verfall oder gar dem Abriss.

Die Stadtverwaltung hat versucht, den Leerstand in der Altstadt durch den massenhaften Abriss von DDR-Wohnungen, durch die Verlagerung des Schwimmbades und der Fachhochschule vom Stadtrand an den Altstadtrand sowie durch Sicherungsmaßnahmen an besonders wertvollen Baudenkmälern zu entschärfen. Doch auch durch diese Maßnahmen konnte keine Stabilisierung der Altstadt erreicht werden. Im Gegenteil: Auch in den letzten Jahren gingen wertvolle Baudenkmäler, wie ein Kaufmannshaus aus dem 16. Jahrhundert in der Brunnenstraße 3, verloren. Erst in den letzten Monaten kam es zu Einstürzen und Teileinstürzen in der Brunnenstraße und der Böhmischen Straße. Insgesamt wurden seit 1990 in der Zittauer Altstadt über 60 Baudenkmäler abgerissen. Eine Ende des Bevölkerungsrückganges in Zittau ist derzeit nicht abzusehen.


03.03.2010 - Leisnig - Abriss am Markt

Am 3.3.2010 hat in der Altstadt von Leisnig der Abriss des Hauses Niedermarktgasse 2 begonnen.

Das direkt am Markt gelegene Wohnhaus gehört einem Privateigentümer, der das Gebäude dem Leerstand und Verfall überlassen hatte. Die Folge war eine akute Einsturzgefahr und eine erhebliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Das Landratsamt entschloss sich schließlich, das Gebäude auf dem Weg der Ersatzvornahme abzureißen.


03.03.2010 - Halle/Saale - Einsturzgefahr in der Brüderstraße

In Halle/Saale musste heute die in der Altstadt gelegene Brüderstraße gesperrt werden. Der Grund war der Absturz von Fassadenteilen des Hauses Brüderstraße 12 und eine akute Einsturzgefahr des Hauses.

Das Baudenkmal wurde vermutlich im späten 16. Jahrhundert errichtet und in den folgenden Jahrhunderten immer wieder umgebaut. Vor allem um 1730 erfolgten umfangreiche Umbauten. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude zu einem Lagerhaus der Eisenwarenhandlung Heynemann umgebaut. In den 1980er Jahren wurde das Gebäude von der 1983 gegründeten Bürgerinitiative "Arbeitskreis Innenstadt" genutzt und in Teilen instandgesetzt. Nach der deutschen Einheit 1990 wurde das Gebäude allerdings an den Alteigentümer rückübertragen. Der "Arbeitskreis Innenstadt" musste das Gebäude verlassen, das Gebäude wurde immer mehr dem Leerstand und Verfall überlassen.


02.03.2010 - Halle/Saale - Baudenkmal in der Altstadt stürzt ein

In der Nacht vom 1.3. zum 2.3.2010 ist in Halle/Saale erneut ein Haus eingestürzt. Bei dem verlorenen Gebäude handelt es sich um das denkmalgeschützte Gebäude Kleine Steinstraße 3, einem Wohn- und Geschäftshaus aus dem 18. Jahrhundert. Passanten kamen bei dem Einsturz glücklicherweise nicht zu Schaden, ein parkendes Auto allerdings wurde gründlich demoliert.

Hintergrund:

Halle/Saale musste nach 1990 einen dramatischen Bevölkerungsrückgang von rund 330000 Einwohnern auf derzeit rund 230000 Einwohner verkraften. Die Folge war ein Wohnungsleerstand in der Gesamtstadt von rund 18 Prozent. Weit überdurchschnittlich vom Leerstand betroffen waren allerdings die Gründerzeitquartiere und die Altstadt, wo der Wohnungsleerstand auf 27,3 Prozent hochschnellte.

In den letzten Jahren hatte die Stadtverwaltung versucht, den Leerstand in den Altbauquartieren durch einen massiven Abriss in den DDR-Siedlungen zu bekämpfen. Seit 2000 wurden in Halle/Saale rund 10000 Wohnungen abgerissen, ein Großteil von ihnen waren Plattenbauwohnungen aus der DDR-Zeit. Häufig wurden sogar gut belegte Wohnblöcke abgerissen. Die betroffenen Mieter wurden oft gegen ihren Willen aus ihren Wohnungen herausgekündigt, Bürgerproteste gegen die Abrisse wurden ignoriert. Die Stadt hoffte, auf diese Weise Plattenbaubewohner zum Umzug in die Altstadt motivieren zu können.

In der Praxis allerdings wurde das Ziel einer Belebung der Altbauquartiere klar verfehlt. Ein Großteil der Plattenbaubewohner war nicht bereit, in eine Altbauwohnung zu ziehen. Einerseits sorgten städtebauliche Defizite, wie Grünflächenmangel, unattraktive Ausblicke, fehlende Balkone, und der Parkplatzmangel, für eine geringe Umzugsneigung. Gleichzeitig waren viele Plattenbaubewohner nicht willens oder in der Lage, die relativ hohen Mieten in der Altstadt zu zahlen.

Die Folge war eine Verfestigung des altstädtischen Wohnungsleerstandes und eine geringe Investitionsneigung der Hauseigentümer. Viele Hauseigentümer lassen ihre Häuser verfallen und scheuen selbst einfachste Sicherungsmaßnahmen. Die Folge sind zunehmende Abrisse und Einstürze von kaum vermietbaren Altstadthäusern.

Ein Ende der Einstürze ist nicht in Sicht, da die Statistiker einen weiteren Rückgang der Einwohnerzahl in Halle/Saale vorhersagen.


28.02.2010 - Görlitz - Interessengemeinschaft Historisches Görlitz protestiert gegen Umgestaltung der Berliner Straße

Die Interessengemeinschaft Historisches Görlitz hat mit einem Offenen Brief an die Mitglieder des Görlitrzer Stadtrates gegen die geplante Umgestaltung der Berliner Straße protestiert.

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Interessengemeinschaft Historisches Görlitz, eine Vereinigung von Görlitzer Vereinen, Görlitzer Bürgern und Bürgerinnen, sieht nach den im Görlitzer Stadtrat gefassten Beschlüssen Gefahr für die einzigartig erhaltene Görlitzer Innenstadt ihr unverwechselbares Äusseres zu verlieren. Für viele GörlitzerInnen und bei den Förderern der Stadt steht Görlitz als Beispiel für einen behutsamen Umgang mit dem reichen Architekturerbe. Die Pläne für die Umgestaltung der Strasse sind ein Schlag ins Gesicht für jeden Denkmal bewundernden Besucher, Görlitzer und Görlitzerin insbesondere vor dem Hintergrund der Bewerbung von Görlitz um Aufnahme in den Rang einer UNESCO Welterbestätte.

Die Interessengemeinschaft Historisches Görlitz spricht sich im Rahmen der geplanten Baumassnahme Berliner Strasse für eine einheitlich Gestaltung der Haupteinkaufstrasse von Görlitz mit einer der Gründerzeit angelehnten Gestaltung der Strassenbeleuchtung und des historischen Bildes der Strasse aus. Uns ist wichtig an dieser Stelle auch Sie als einen Unterstützer unseres Anliegens zu gewinnen, den Gesamtcharakter der zentralen Innenstadt mit dem für Görlitz so typischen Pflasterbild zu bewahren und das unverkennbare Innenstadtbild mit Augenmerk auf Qualität statt Beliebigkeit weiter zu entwickeln.

Leihen Sie uns Ihre Stimme und sprechen auch Sie sich wie so viele andere für einen behutsamen Umgang mit den historischen Erbe und für die Abkehr von einer modernen Gestaltung von Plätzen und Straßenansichten in Städten aus, die den Wiedererkennungswert einer Stadt herabsetzt.

Für Fragen stehen wir und die Mitglieder der Interessengemeinschaft Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Vogel, Daniel Breutmann, Bernd Schliebitz, Joachim Keppstein

Sprecherrat IG Historisches Görlitz

Interessengemeinschaft Historisches Görlitz

Kunnerwitzer Straße 7

02826 Görlitz

Mobil: 01520919063

E-Mail: historisches-goerlitz@goerlitz.net


26.02.2010 - Döbeln - Abriss in der Altstadt

Am 26.2.2010 hat in der Altstadt von Döbeln der Abriss des Hauses Ritterstraße 2 begonnen.

Das Haus Ritterstraße 2 wurde um 1800 errichtet. Nach 1990 geriet das Gebäude in den Besitz einer auswärtigen Eigentümergemeinschaft, die das Haus dem Leerstand und Verfall überließ. Eine Revitalisierung des Gebäudes wurde zudem durch die Nähe zur Freiberger Mulde und der damit zusammenhängenden Hochwassergefahr erschwert. In jüngster Zeit kam es mehrfach zum Absturz von Fassadenteilen, die Ritterstraße musste deshalb für den Verkehr gesperrt werden. Im Herbst 2009 hat die Stadt Döbeln dieses Haus kostenlos erworben.

Der aktuelle Abriss kostet 112000 Euro und wird durch ein Förderprogramm des Freistaates Sachsen für die Revitalisierung von Brachflächen finanziert.


25.02.2010 - Halle/Saale - Hauseinsturz in der Franz-Andres-Straße

Heute ist in Halle/Saale wieder ein Haus teilweise eingestürzt. Diesmal erwischte das gründerzeitliche Wohnhaus Franz-Andres-Straße 1. Ungefähr die Hälfte der Straßenfassade stürzte auf den Bürgersteig. Paasanten kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.


09.02.2010 - Pirna - Weitere Abrisse geplant

Die kommunale Wohnungsgesellschaft Pirna mbH (WGP) will den Wohnungsabriss auch 2010 fortsetzen.

Konkret geplant ist der Abriss der um 1890 errichteten Wohnhäuser Grohmannstraße 7 und Klosterstraße 1. Auf den Abrissflächen soll ein Parkplatz angelegt werden. Außerdem ist der Abriss des 1641/1642 errichteten Gebäudekomplexes "Liebenausches Vorwerk" in der Clara-Zetkin-Straße 1-3 geplant. Über den Abriss des denkmalgeschützten Komplexes wird derzeit noch mit den Denkmalbehörden verhandelt.


22.01.2010 - Waldheim - Jugendstilhäuser unter der Abrissbirne

Derzeit werden in Waldheim die Wohnhäuser Härtelstraße 5 und 6 abgerissen. Die um 1910 errichteten Jugendstilhäuser gehören der kommunalen Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Waldheim GmbH (WBV) und stehen schon seit Jahren leer. Eine Vermietung der Gebäude scheiterte immer wieder am Lärm der stark befahrenen Härtelstraße. Ähnliche Probleme bereiten die ebenfalls um 1910 errichteten Wohnhäuser Härtelstraße 10 und 11, die bis Ende März 2010 abgerissen werden sollen. Bereits im September 2008 wurden die Häuser Härtelstraße 3a und 3b abgerissen. Mittlerweile weist die einst geschlossen bebaute Härtelstraße zahlreiche Lücken auf.

Hintergrund:

Waldheim musste nach 1990 einen Bevölkerungsrückgang von gut 10.000 Einwohnern auf derzeit 8600 Einwohner verkraften. Diese Schrumpfung führte zu einem Wohnungsleerstand von rund 14 Prozent in der Gesamtstadt.

Besonders hohe Leerstandsquoten entstanden in den Altbauquartieren, die unter dichten Bebauungen, Grünflächendefiziten, teilweise lauten Straßen, fehlenden Balkonen und schlechten Wärmedämmungen litten. Die Folge waren Leerstandsquoten von 53 Prozent (Quartier Feldstraße), 28 Prozent (Quartier Niedermarkt), 24 Prozent (Quartier Talstraße) und 22 Prozent (Quartier Härtelstraße). Über 75 Prozent der Leerstände konzentrierten sich in vor 1918 errichteten Gebäuden.

Die Wohnblöcke aus der DDR-Zeiten dagegen erfreuen sich anhaltend großer Beliebtheit und sind fast überhaupt nicht vom Leerstand betroffen. Folgerichtig wurden in Waldheim im Rahmen des Programms "Stadtumbau Ost" bisher ausschließlich Altbauten abgerissen.

Diese Entwicklung soll sich auch in Zukunft fortsetzen. Die Bevölkerungsprognosen gehen von einem weiteren Bevölkerungsrückgang auf 7500 bis 7800 Einwohner im Jahr 2020 aus. Im Januar 2010 wurde ein neues Integriertes Stadtentwicklungskonzept beschlossen, dass den Abriss von 230 Wohnungen bis 2020 vorsieht.


22.01.2010 - Altenburg - Abrisse gehen weiter

Die Städtische Wohnungsgesellschaft Altenburg GmbH (SWG) plant für 2010 eine Fortsetzung der Wohnungsabrisse. Konkret ist der Abriss der Wohnhäuser Jungferngasse 24 und Brauereistraße 6 geplant. Das Gebäude Jungferngasse 24 wurde in der 1. Häfte des 19. Jahrhunderts errichtet, das Haus Brauereistraße 6 entstand um 1900. Beide Abrisse sollen bis Ende März beendet sein.


22.01.2010 - Zittau - Über 60 Abrisse in der Altstadt seit 1990

In der Altstadt von Zittau sind seit 1990 mindestens 63 Häuser abgerissen worden.

Diese Zahl ergab eine Untersuchung der Stadtverwaltung und von Christine Laufer vom Verein "Tradition und Zukunft Zittau" (TUZZ). Weitere Abrisse erfolgten in der gründerzeitlichen Quartieren. Ein Ende der Abrisse ist nicht in Sicht. In den nächsten Tagen soll das Haus Brunnenstraße 4 abgerissen werden.

Hintergrund:

Zittau war im 17. und 18. Jahrhundert eine wichtige Handelsstadt. Von dieser Zeit kündet der wertvolle Altstadtkern mit prunkvollen Kaufmannshäusern aus der Renaissance- und Barockzeit. Heute ist dieser baukulturelle Schatz allerdings gefährdet. Denn Zittau musste nach 1990 einen massiven Bevölkerungsverlust verkraften. Die Bevölkerungszahl verringerte sich von 38000 Einwohnern 1988 auf 29000 Einwohner 2008. Die Folge dieses Aderlasses war ein Anstieg des Wohnungsleerstandes auf 24,9 Prozent in der Gesamtstadt. Besonders dramatisch entwickelte sich die Situation in der Altstadt, wo der Wohnungsleerstand auf 35,4 Prozent emporschnellte. Die Konsequenz war eine zunehmende Investitionszurückhaltung privater Hauseigentümer. Viele Eigentümer überließen ihre Baudenkmäler dem Verfall oder gar dem Abriss.

Die Stadtverwaltung hat versucht, den Leerstand in der Altstadt durch den massenhaften Abriss von DDR-Wohnungen, durch die Verlagerung des Schwimmbades und der Fachhochschule vom Stadtrand an den Altstadtrand sowie durch Sicherungsmaßnahmen an besonders wertvollen Baudenkmälern zu entschärfen.

Doch auch durch diese Maßnahmen konnte keine Stabilisierung der Altstadt erreicht werden. Im Gegenteil: Auch in den letzten Jahren gingen wertvolle Baudenkmäler, wie ein Kaufmannshaus aus dem 16. Jahrhundert in der Brunnenstraße 3, verloren. Insgesamt wurden seit 1990 in der Zittauer Altstadt 63 Baudenkmäler abgerissen. Eine Ende des Bevölkerungsrückganges in Zittau ist derzeit nicht abzusehen.


20.01.2010 - Gotha - Abriss in der Mohrenstraße

In Gotha wird derzeit das Wohnhaus Mohrenstraße 26 abgerissen.

Das Gebäude wurde um 1800 errichtet. In den letzten Jahren wurde das Gebäude von seinem Privateigentümer dem Leerstand und Verfall überlassen. Immer größere Bereiche des Hauses fielen Teileinstürzen zum Opfer. Bemühungen der Stadt, den Eigentümer zur Sanierung oder Sicherung seines Gebäudes zu bewegen, blieben erfolglos. Mittlerweile ist das Gebäude dermaßen geschädigt, dass von ihm eine Gefahr für die Öffentlichkeit ausgeht. Deshalb entschloss sich die Stadtverwaltung zum Abriss des Gebäudes als Ersatzvornahme.


15.01.2010 - Chemnitz - Kindergarten soll zu Eigentumswohnanlage umgebaut werden

Ein Investor will die ehemalige Kindertagesstätte Zeisigwaldstraße 2 im Yorckgebiet zu einer luxuriösen Eigentumswohnanlage umbauen.

Die Kindertagesstätte wurde 1971 nach einem Typenprojekt errichtet und bot ursprünglich 236 Kindergarten- bzw. Krippenplätze. Ab 1994 wurde das Gebäude als Behindertenwerkstatt der Stadtmission genutzt, nach deren Auszug Ende 2006 fiel sie dem Leerstand anheim. Ab Mai 2009 bot die Stadt Chemnitz das Gebäude zum Kauf an.

Hintergrund:

Das Yorckgebiet wurde von 1968 bis 1973 nach Entwürfen von Nikolaus Griebel errichtet und verfügt über 4682 Wohnungen. Das Gebiet ist dank seiner Nähe zum Zeisigwald bis heute ein beliebter Wohnstandort. Probleme bereiten lediglich die relativ undifferenzierten Wohnungen in Wohnblöcken der Typen Q 6 und P 2. Dieses Problem könnte durch den Umbau der Kindertagesstätte reduziert werden.


06.01.2010 - Chemnitz - Schlechte Perspektiven für den Brühl

Die Fördergemeinschaft Brühl hat sich zum Jahresende 2009 aufgelöst. Als Grund für diesen Schritt benannte Vereinsvorsitzender Gunnar Schenke die schlechten Perspektiven des Brühl-Gebietes. Gleichzeitig musste Gunnar Schenke das von ihm betriebene Lederwaren-Geschäft am Brühl schließen - nach 85 Jahren.

Hintergrund:

Der Stadtteil Brühl umfasst 16 Hektar und 171 Wohnhäuser mit 1500 Wohnungen. Das Quartier wurde zwischen 1820 und 1900 mit einfachen Arbeiter-Mietshäusern bebaut. Um 1980 erfolgte eine umfangreiche Sanierung des Viertels. Der Brühl avancierte zum beliebten Boulevard mit vielen Geschäften, Gaststätten und Cafe´s.

Doch nach 1990 erlebte das Quartier einen rasanten Abstieg. Der Wohnungsleerstand schnellte auf 60 Prozent empor, der Ladenleerstand erhöhte sich sogar auf 75 Prozent. Die Stadtverwaltung hat in den letzten Jahren versucht, das Gebiet zu revitalisieren. 1999 wurde das Gebiet als Sanierungsgebiet festgesetzt, 2005 wurde eine Erhaltungssatzung erlassen. Doch trotz aller Bemühungen, wie Sanierungen, Umbauten, die Installierung eines Quartiermanagements, konnte bislang keine Revitalisierung des Brühls erreicht werden.


05.01.2010 - Wurzen - Erfolgreiche Leerstandsbekämpfung auch ohne Abrisse

Die Wohnungsgenossenschaft Wurzen e.G. konnte ihren Leerstand im Jahr 2009 nochmals verringern. Während die Genossenschaft Ende 2008 einen Wohnungsleerstand von 2,9 Prozent verzeichnet hatte, betrug der Leerstand Ende 2009 nur 2,5 Prozent.

Ungewöhnlich ist, dass dieser Wert in einer ansonsten stark vom Leerstand betroffenen Stadt erzielt werden konnte und dass dieser Erfolg ohne den sonst verbreiteten Abriss von Wohnungen möglich war.

Hintergrund:

Wurzen musste nach der Wende 1989/90 einen Rückgang von rund 19.000 auf derzeit rund 14.000 Einwohnern hinnehmen. Die Folge war ein Anstieg des Wohnungsleerstandes auf 20,9 Prozent in der Gesamtstadt. Besonders hohe Leerstände verzeichnete die gründerzeitliche Ostvorstadt mit 38,8 Prozent und die Altstadt mit 32,3 Prozent. Der Leerstand in der DDR-Siedlung Wurzen-Nord betrug dagegen nur 7,8 Prozent.

Die 1956 gegründete Wohnungsgenossenschaft Wurzen, die fast ausschließlich über Wohnungsbestände aus der DDR-Zeit verfügt, reagierte auf diese Probleme mit der Sanierung der Gebäude und weiteren Aufwertungsmaßnahmen, wie dem Anbau von Balkonen an Wohnungen ohne Balkone, dem Anbau von Aufzügen sowie dem altengerechten Umbau von Wohnungen. Außerdem verbesserte die Genossenschaft ihre Serviceleistungen. Die Genossenschaft betreibt einen Nachbarschaftstreff, in dem Veranstaltungen, Malkurse, Sportkurse, Vorträge zu Gesundheits- und Rechtsfragen und anderes angeboten werden.

Auf Abrisse wurde dagegen vollständig verzichtet. Dank dieser Strategie konnte die Genossenschaft einen stetigen Rückgang ihrer Leerstandsquote von 6,2 Prozent 1999 auf derzeit 2,5 Prozent erreicht werden. Für kleine Wohnungen gibt es sogar Wartelisten.


16.12.2009 - Jena - Straßenbahnlinie Burgau - Bahnhof Göschwitz eröffnet

Am 16.12.2009 wurde die 1700 Meter lange Straßenbahn - Neubaustrecke Bahnhof Göschwitz - Burgau eröffnet. Die Straßenbahn sorgt für einen besseren Anschluss des Wohngebietes Jena-Lobeda (Bauzeit 1968-1985) und des Gewerbegebietes Göschwitz (6000 Arbeitsplätze).


15.12.2009 - Meiningen - Denkmalgeschütztes Fachwerkhaus vor dem Abriss

In Meiningen soll in den nächsten Tagen der Abriss des denkmalgeschützten Wohnhauses Freitagsgasse 2 erfolgen.

Bei dem Abrisshaus handelt es sich um ein Fachwerkhaus aus der Zeit um 1600. 1994 wurde das Gebäude von der Stadt Meiningen an einen Privateigentümer verkauft, der sich zur Sanierung des Baudenkmals verpflichtet hatte. In den folgenden Jahren jedoch wurde das Gebäude dem Leerstand und Verfall überlassen. Immer größere Bereiche des Hauses fielen Teileinstürzen zum Opfer. Mittlerweile ist das Gebäude dermaßen geschädigt, dass seine Sanierung unmöglich erscheint.


14.12.2009 - Radeberg - Abrisse in der Dr. Wilhelm-Külz-Straße

In Radeberg hat der Abriss von zwei gründerzeitlichen Mietshäusern in der Dr. Wilhelm-Külz-Straße begonnen. Beide Gebäude stehen schon seit Jahren leer. Bis zum 18.12.2009 soll der Abriss beendet sein.


14.12.2009 - Zeitz - Abrisse in der Badstubenvorstadt

In Zeitz hat der Abriss der Häuser Badstubenvorstadt 8a und 8b begonnen. Bei den Gebäuden handelt es sich um Mietshäuser aus dem späten 19. Jahrhundert. Beide Gebäude stehen schon seit Jahren leer. Vor allem die Lage an der lauten Hauptstraße erschwerte die erfolgreiche Revitalisierung der Gebäude. Deshalb entschlossen sich die Eigentümer, die Stadt Zeitz und ein Privateigentümer, zum Abriss der Gebäude.


09.12.2009 - Laubusch - Weitere Abrisse in der Gartenstadt "Erika"

In der Gartenstadt "Erika" in Laubusch hat der Abriss weiterer Häuser begonnen. Abgebrochen werden die Gebäude Oststraße 1 und Südstraße 3. Der Eigentümer, die Wohnungsgenossenschaft Laubusch, begründet die Abrisse mit dem hohen Wohnungsleerstand in der Gartenstadt und der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Genossenschaft.

Hintergrund: Der Bau der Gartenstadt Erika war untrennbar mit der Industrialisierung der Lausitz verbunden. Ab 1915 entstand rings um Laubusch der Tagebau Erika, ein Kraftwerk und eine Brikettfabrik. Eine Besonderheit dieser Industrieentwicklung war die Tatsache, dass sie ausschließlich durch den Großkonzern Ilse Bergbau AG vorangetrieben wurde. Diese Besonderheit prägte auch die Stadtentwicklung der Region, die nicht spontan verlief, sondern planmäßig von der Ilse Bergbau AG durchgeführt wurde. Diese Firma, die sich nicht nur als Unternehmen, sondern auch als soziale Fürsorgeanstalt verstand, errichtete für ihre Beschäftigten komplette Städte mit Schulen, Kultureinrichtungen, Sozialbauten, Krankenhäusern und Einkaufsstätten. Auf diese Weise entstanden regelrechte Idealstädte, die zu den besten Schöpfungen des Reformwohnungsbaues zählen.

Im Rahmen dieses Bauprogramms entstand auch die Gartenstadt Erika, die zwischen 1915 und 1938 nach Entwürfen von Ewald Kleffel errichtet wurde. Sie umfasste 551 relativ großzügige Wohnungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern, die von Gärten und Stallbauten für die private Viehhaltung gesäumt wurden. Eine Schule, ein Kulturhaus mit Gaststätte, Ladengebäude und eine Kirche komplettierten die Anlage.

Die Gestaltung der Siedlung war durch einen einheitlichen Grundplan geprägt, der die Zusammengehörigkeit der Ilse-Mitarbeiter veranschaulichen sollte. Das Zentrum bildete eine Mischung aus Dorfanger und Marktplatz, der von der Schule, der Ladenstraße, der Kirche und dem Kulturhaus flankiert wurde. In der weiteren Siedlung entstand ein Wechselspiel von geschwungenen Straßenzügen und Plätzen, die eine malerische Atmosphäre entfalteten. Typisch war das Nebeneinander von Direktorenvillen und Arbeiterhäusern, das die Verbundenheit zwischen den verschiedenen Schichten fördern sollte. Und auch die Architektur der Gebäude war auf Harmonie bedacht. Eine sorgfältig abgestimmte Mischung von Giebeln, Erkern, Pilastern, Torbögen, Schmuckfriesen und Dachgauben ließ ein idyllisches Straßenbild entstehen.

Nach 1990 wurde die Gartenstadt zunächst zum Schauplatz bürgerschaftlichen Engagements. 1995 gründete eine Mieterinitiative die Wohnungsgenossenschaft Laubusch, die umgehend die Laubuscher Wohnungen erwarb und anschließend mit der Sanierung der Häuser begann. Doch schon bald wurden diese Erfolge vom wirtschaftlichen Niedergang der Region überlagert. Die Laubuscher Brikettfabrik musste bereits 1993 schließen. Die Folge war eine Abwärtsspirale. Zunächst stieg die Arbeitslosigkeit in Laubusch an, anschließend folgte die Abwanderung, die wiederum einen Wohnungsleerstand von 27 Prozent nach sich zog. Die Wohnungsgenossenschaft Laubusch erwirtschaftete erhebliche Defizite und geriet an den Rand der Zahlungsunfähigkeit. Zudem war die Genossenschaft nicht in der Lage, den Genossenschaftsmitgliedern, die die Genossenschaft verlassen wollten, ihre Einlagen auszuzahlen. Unter diesen Umständen mussten die Sanierungsbemühungen eingestellt werden. Versuche, Gebäude zu verkauifen, schlugen fehl. Und im November 2003 begannen die Wohnungsabrisse, denen mittlerweile rund die Hälfte der Siedlung zum Opfer gefallen ist. Auch die Denkmalbehörden konnten die Abbrüche in der denkmalgeschützten Gartenstadt nicht verhindern. Einsprüche des sächsischen Landesdenkmalamtes gegen die Abrisse wurden vom Regierungspräsidium Dresden zurückgewiesen.

Heute bietet die Gartenstadt Erika ein Bild der Auflösung. Die kunstvollen Platzfiguren und Sichtbeziehungen verschwinden allmählich. Aber auch für die Laubuscher Bürger sind die Abrisse eine Tragödie, schließlich haben viele von ihnen erhebliche Geldmittel in ihre Wohnungen und ihre Genossenschaft investiert.


03.12.2009 - Görlitz - Interessengemeinschaft protestiert gegen moderne Beleuchtung der Berliner Straße

Die Interessengemeinschaft Historische Berliner Straße protestiert in einer am 3.12.2009 veröffentlichten Pressemitteilung gegen die geplante Aufstellung moderner Kandelaber in der Berliner Straße.

Die Berliner Straße war früher die Haupteinkaufsstraße von Görlitz. Doch nach 1990 erlebte die Straße einen dramatischen Bedeutungsverlust. Die Stadtverwaltung plant deshalb eine Umgestaltung der Straße mit modernen Beleuchtungskörpern und einem neuen Bodenbelag.

Die Interessengemeinschaft Historische Berliner Straße lehnt diese Umgestaltung ab und fordert stattdessen eine Umgestaltung der Straße nach historischen Vorlagen. Angestrebt werden die Gestaltung der Stadtbeleuchtung, Pflastermaterialien, Stadtmöblierung, Verkehrstechnik nach historischen Vorbild, die Wiederherstellung der historischen Pflasterung des Straßenprofils, eine Rückbesinnung auf historische Stilelemente der Fassadengestaltung sowie eine allgemeine Aufwertung der Berliner Straße und der angrenzenden Bereiche. Weitere Informationen unter www.goerlitz21.de


02.12.2009 - Chemnitz - Bürger demonstrieren gegen Abrisspläne für das Heckertgebiet

Am 2.12.2009 haben Bürger gegen die geplanten Abrisse von Wohnblöcken der kommunalen Grundstücks- und Gebäudewirtschaftsgesellschaft Chemnitz GmbH (GGG) in Markersdorf Nord und Morgenleite demonstriert. Ihre Forderung nach einem Erhalt der Wohnblöcke unterstrichen sie mit einer halbstündigen Blockade der Burkhardsdorfer Straße. Auch während einer anschließenden Bürgerversammlung äußerten sie ihr Unverständnis über die Abrisspläne der GGG. Veranstalter der Aktion war die Bürgerinitiative Markersdorf Nord / Morgenleite (BIMM).

Die GGG hatte am 25.11.2009 den Abriss von 480 Wohnungen im Bereich Wilhelm-Firl- und Max-Türpe-Straße bekanntgegeben. Bei den Abrisshäusern handelt es sich um elfgeschossige Wohnblöcke des Typs WBS 70/IW 77. Diese Wohnblöcke sind mit einem Aufzug ausgestattet, bieten altenfreundliche Wohnungen mit Balkon, und zeichnen sich zudem durch die Nähe zur Straßenbahn und zum Einkaufszentrum Vita-Center aus. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach den Wohnungen.

Klaus Möstl, SPD-Stadtrat und Aufsichtsratsmitglied der GGG, begründete die Abrisse auf der Einwohnerversammlung mit Defiziten der GGG, die allerdings nicht durch die Plattenbaublöcke, sondern durch defizitäre Bauvorhaben in der Innenstadt, wie die Neubauten der Mittelstandsmeile oder den Umbau des ehemaligen Warenhauses Tietz zum Kulturkaufhaus, verursacht sind. Diese Information vergrößerte das Unverständnis über die aktuellen Abrisspläne noch.


30.11.2009 - Rochlitz - Abriss von Baudenkmälern

In Rochlitz hat der Abriss der Gebäude Sofienplatz 5 und Sofienplatz 6 begonnen.

Die denkmalgeschützten Wohnhäuser wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Doch nach 1990 fielen auch sie dem Leerstand anheim. Der Eigentümer, die Stadt Rochlitz, hatte in den letzten Jahren immer wieder versucht, die Häuser an einen Privatinvestor zu verkaufen. Der Verkauf scheiterte allerdings an fehlenden Interessenten. Für einen Erhalt der Gebäude fehlt der Stadt Rochlitz das Geld. Folgerichtig wurde der Abriss beschlossen.

Vor dem Abriss wurden einige wertvolle Bauteile durch den Förderverein des Museums für Volksarchitektur und bäuerliche Kultur in Schwarzbach geborgen.


29.11.2009 - Chemnitz - Sanierungswelle in Markersdorf Süd

Am 29.11.2009 hat die Wohnungsgenossenschaft (WG) "Einheit" das Mehrgenerationenhaus in der Albert-Neubert-Straße 19 fertiggestellt.

Bei dem Objekt handelt es sich um einen elfgeschossigen Plattenbau des Typs WBS 70 im Wohngebiet Markersdorf Süd. Dieses Wohngebiet sorgt bis heute für Konflikte, da das Chemnitzer Stadtplanungsamt einen flächigen Abriss dieses Gebietes anstrebt. Viele Einwohner und die WG "Einheit", der etliche Wohnblöcke in Markersdorf Süd gehören, sind dagegen von der Zukunftsfähigkeit des Quartiers überzeugt. Sie schätzen die ruhige Stadtrandlage, die reizvollen Fernsichten und die gute Luft. Die WG "Einheit" hat deshalb in der Vergangenheit schon zahlreiche Sanierungen in Markersdorf Süd durchgeführt. Zudem gestaltete die Genossenschaft den Wohngebietspark "Markersdorfer Oase".

Diese Entwicklung wurde mit dem Umbau des Wohnblocks Albert-Neubert-Straße 19 fortgesetzt. Die 2,1 Millionen Euro teuren Arbeiten umfassten den Anbau neuer Balkone, den Anbau einer Wärmedämmfassade, Grundrissänderungen und den Einbau einer Concierge. Die Leitung der Umbauten oblag dem Chemnitzer Büro AIC - Ingenieurgesellschaft für Bauplanung Chemnitz GmbH. Die 47 Wohnungen konnten bereits vor der Fertigstellung vermietet werden.


28.11.2009 - Magdeburg - Streit um Stadtvillen an der Elbe

Mit einer Protestaktion haben sich Bürger am 28.11.2009 gegen die Bebauung von Grünflächen am Elbufer ausgesprochen.

Konkret geht es um vier Stadtvillen, die die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg (WOBAU) auf einer Grünfläche an der Regierungsstraße errichten will. Gegen dieses Projekt kämpfen Magdeburger Bürger, die um die grüne Oase in der Innenstadt fürchten. Besonders vehementen Widerstand leisten zudem die Bewohner des Wohnblocks Regierungsstraße 37 a-e, der sich direkt hinter dem künftigen Baugelände befindet. Der achtgeschossige Plattenbaublock wurde 1972 errichtet und bietet bis heute preiswerte Wohnungen mit einem fantastischen Blick auf die Elbe. Die Mieter befürchten, dass dieser Elbblick durch die Neubauten verstellt wird.

Verschärft wird der Konflikt durch die Geschäftspolitik der WOBAU. Die WOBAU hatte in der Vergangenheit massenhaft Wohnungen abgerissen und diese Abrisse mit dem Wohnungsleerstand begründet. Andere Gebäude, zu denen auch der Wohnblock Regierungsstraße 37 a-e zählt, wurden von der WOBAU nur sehr mangelhaft instandgehalten. Dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen, die auch von den Bewohnern gefordert wurden, wurden immer wieder mit dem Verweis auf fehlende Gelder abgelehnt.

Entsprechend verärgert reagierten viele WOBAU-Mieter, als die Gesellschaft im Oktober 2009 das teure Neubauprojekt verkündete. Sie fürchten, dass die WOBAU zunehmend in teure Prestigeprojekte investiert und dass die Interessen der übrigen WOBAU-Mieter auf der Strecke bleiben.


25.11.2009 - Chemnitz - Wohnungsgesellschaft GGG will Häuser im Heckertgebiet abreißen und sanieren

Die kommunale Grundstücks- und Gebäudewirtschaftsgesellschaft Chemnitz GmbH (GGG) will 2010 und 2011 480 Wohnungen in den Stadtteilen Markersdorf Nord und Morgenleite abreißen. Bei den Abrisshäusern handelt es sich um elfgeschossige Wohnblöcke des Typs WBS 70/IW 77 im Bereich Wilhelm-Firl- und Max-Türpe-Straße.

Gleichzeitig hat die GGG bekanntgegeben, dass mit diesen Abbrüchen die Abrisse im Heckertgebiet abgeschlossen werden sollen.

Zudem will die GGG ebenfalls 2010 und 2011 rund zwei Millionen Euro in die Sanierung von Wohnhäusern in Markersdorf Nord und Morgenleite investieren.


29.10.2009 - Magdeburg - Studentenhochhaus "Campus-Tower" eingeweiht

Am 29.10.2009 wurde am Universitätsplatz das sanierte Hochhaus "Campus-Tower" eingeweiht.

Bei dem Projekt handelt es sich um die Sanierung und den Umbau eines Plattenbau-Hochhauses vom Typ PH 16. Das 16-geschossige Hochhaus in unmittelbarer Nähe des Campus der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wurde 1982 errichtet und jahrelang als Studentenwohnheim genutzt. Doch nach 1990 wurde das Gebäude leergezogen, zeitweilig war sogar der Abriss geplant.

Erst nach dem Kauf des Hochhauses durch das Magdeburger Unternehmen Campus Tower KG zeichneten sich neue Perspektiven für das Gebäude ab. Im August 2008 begannen umfassende Sanierungs- und Umbauarbeiten. Insgesamt wurden 7,5 Millionen Euro in das Gebäude investiert.

Heute bietet der "Campus-Tower" 190 kleinere Wohnungen für Studenten und 10 größere Wohnungen für Wissenschaftler. Die Nachfrage nach den Wohnungen ist sehr groß, aktuell wohnen im Hochhaus Studenten aus 36 Ländern.


28.10.2009 - Hoyerswerda - Bürgerinitiative kämpft für "Hochhaus am Knie"

In Hoyerswerda hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die gegen einen Abriss des "Hochhauses am Knie" Bautzener Allee 83 kämpft. Bei dem "Hochaus am Knie" handelt es sich um einen elfgeschossigen Plattenbaublock des Typs P 2. Die kommunale Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda mbH (WH) will das Hochhaus leerziehen und langfristig abreißen. Die Bürger dagegen fordern den Erhalt der auch langfristig marktgerechten Wohnungen und verweisen zudem auf die städtebauliche Bedeutung des Hochhauses, das die Biegung der Bautzener Allee markiert.

Hintergrund:

Hoyerswerda hat mit einem stark angespannten Wohnungsmarkt zu kämpfen. Aufgrund einer überzogenen Abrisspolitik in den letzten Jahren müssen in Hoyerswerda derzeit die höchsten Mieten der Region gezahlt werden. Zudem herrscht in einigen Wohnungsmarktsegmenten Wohnungsmangel. Mangelware sind preiswerte und kleine Wohnungen. Vor allem Hartz-IV - Empfänger und Bezieher von niedrigen Einkommen haben deshalb Probleme bei der Wohnungssuche.

Weiterhin mangelt es an altenfreundlichen Wohnungen mit Aufzügen. Die wachsende Zahl von Senioren hat deshalb zunehmende Schwierigkeiten bei der Suche nach einer altenfreundlichen Wohnung.

Das "Hochhaus am Knie" ist mit Aufzügen ausgestattet und bietet genau die gefragten altenfreundlichen und preiswerten Wohnungen. Deshalb sind die Wohnungen im "Hochhaus am Knie" sehr beliebt.

Dass dieses Hochhaus dennoch abgerissen werden soll, hat mit den hohen Subventionen und Altschuldenentlastungen im Rahmen des Programms "Stadtumbau Ost" zu tun.


26.10.2009 - Apolda - Abriss von sanierten Wohnblöcken

Erneut werden in Apolda vollsanierte Wohnblöcke abgerissen. Am 26.10.2009 begann die Apoldaer Wohnungsgenossenschaft e.G. (AWG) mit dem Abriss der Wohnblöcke Ernst-Thälmann-Ring 55-61, 67-73, 96-102, 104-110.

Bei diesen Gebäuden handelt es sich um fünfgeschossige Plattenbaublöcke der Wohnungsbaureihe Erfurt. Die zwischen 1977 und 1979 errichteten Blöcke boten 160 Wohnungen. Alle vier Blöcke wurden 1997 umfassend saniert und waren auch deshalb bis zu ihrem Leerzug sehr beliebt.

Der aktuelle Abriss wird durch das Programm "Stadtumbau Ost" gefördert und soll bis März 2010 abgerissen sein.


22.10.2009 - Riesa - Bürger kämpfen gegen Abrisspläne

Der geplante Abriss des Wohnblocks Alleestraße 69-75 stößt auf erheblichen Widerstand seitens der Hausbewohner.

Das Gebäude wurde 1962 in Großblockbauweise errichtet. Derzeit ist der günstig gelegene Wohnblock ein beliebter Wohnstandort. In unmittelbarer Nähe des Gebäudes befinden sich die Kindertagesstätte "Mischka" (2008/2009 saniert und erweitert), die Grundschule "Am Storchenbrunnen", das Berufsbildungszentrum, das Mehrgenerationenhaus Gröba (2009 eröffnet) sowie mehrere Einkaufsmöglichkeiten und Arztpraxen. Außerdem ist der Wohnblock erst 1999 mit Hilfe von zinsgünstigen Krediten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) umfassend saniert worden. Dennoch gab der Hauseigentümer, die Wohnungsgenossenschaft Riesa e.G. (WGN), am 16.10.2009 den Abriss des Gebäudes bekannt. Nach den derzeitigen Planungen soll der Abriss im 2. Halbjahr 2011 erfolgen.


20.10.2009 - Köthen - Proteste gegen Abrisspläne für das Wohngebiet Rüsternbreite

Das neue Stadtteilkonzept für das Wohngebiet Rüsternbreite in Köthen ist auf scharfe Proteste von Bürgern und Wohnungsunternehmen gestoßen. Besonders abgelehnt wurde der geplante flächige Abriss des Quartiers Neue Rüsternbreite zwischen der Krähenbergstraße und der Lelitzer Straße.

Das Quartier Neue Rüsternbreite wurde um 1980 in monolithischer Stahlbetonbauweise, der "Halleschen Monolithbauweise" errichtet. Nach 1990 wurde sämtliche Wohnblöcke aufwändig saniert. Dennoch sieht der Entwurf des Leipziger Planungsbüros "Station C 23" für das Stadtteilkonzept Rüsternbreite einen flächigen Abriss des Quartiers vor.

Dieses Konzept ist nun auf den vehementen Protest von Bürgern und Vermietern gestoßen. Während einer öffentliche Vorstellung des Stadtteilkonzepts am 20.10.2009 protestierten sowohl die Bürger als auch der Vorstandsvorsitzende der Wohnungsgenossenschaft Köthener Wohnstätten e.G., Helmut Blachowiak, gegen die Abrisspläne. Die Pläne kommentierte er mit den Worten: "Wo sich die Politik einmischt, kommt nur Mist heraus."


20.10.2009 - Hoyerswerda - Mieter protestieren gegen Abriss des "Y-Hochhauses"

Die Mieter des sogenannten "Y-Hochhauses" in der Erich-Weinert-Straße 43 protestieren gegen den Abriss ihres Hauses.

Bei dem "Y-Hochhaus" handelt es sich um drei elfgeschossige Plattenbaublöcke des Typs P 2 mit insgesamt 132 Wohnungen, die einen Y-Grundriss bilden. Die kommunale Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda mbH (WH) will das Hochhaus bis 2010 leerziehen und bis 2011 abreißen. Die Bürger dagegen fordern den Erhalt der auch langfristig marktgerechten Wohnungen und verweisen zudem auf die städtebauliche Bedeutung des Hochhauses.

Hintergrund:

Hoyerswerda hat mit einem stark angespannten Wohnungsmarkt zu kämpfen. Aufgrund einer überzogenen Abrisspolitik in den letzten Jahren müssen in Hoyerswerda derzeit die höchsten Mieten der Region gezahlt werden. Zudem herrscht in einigen Wohnungsmarktsegmenten Wohnungsmangel. Mangelware sind preiswerte und kleine Wohnungen. Vor allem Hartz-IV - Empfänger und Bezieher von niedrigen Einkommen haben deshalb Probleme bei der Wohnungssuche.

Weiterhin mangelt es an altenfreundlichen Wohnungen mit Aufzügen. Die wachsende Zahl von Senioren hat deshalb zunehmende Schwierigkeiten bei der Suche nach einer altenfreundlichen Wohnung.

Das "Y-Hochhaus" ist mit Aufzügen ausgestattet und bietet genau die gefragten altenfreundlichen und preiswerten Wohnungen. Deshalb sind die Wohnungen im "Y-Hochhaus" sehr beliebt.

Dass dieses Hochhaus dennoch abgerissen werden soll, hat mit den hohen Subventionen und Altschuldenentlastungen im Rahmen des Programms "Stadtumbau Ost" zu tun.


08.10.2009 - Dresden - Genossenschaft plant neuen Park in Gorbitz

Die Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft Dresden e.G. (EWG) plant im Breich Birkenstraße / Omsewitzer Ring eine neue Parkanlage.

Auf dem Areal im Wohngebiet Gorbitz befanden sich bis Mitte 2009 drei Wohnblöcke. Diese Wohnblöcke wurden im Rahmen des "Stadtumbau Ost" abgerissen. Nun soll die 9670 Quadratmeter große Fläche zu einem Wohngebietspark umgestaltet werden. Der vom Landschaftsarchitekturbürio Grohmann (Dresden) entworfene Park soll bis zum Sommer 2010 fertig gestellt sein. Die Baukosten von 156000 Euro werden durch das Programm "Stadtumbau Ost" gefördert.


08.10.2009 - Dresden - Bürgerinitiative kämpft gegen Abrisspläne

Die Bürgerinitiative Mieteraktiv Tolkewitz kämpft auch weiterhin gegen den Abriss von Wohnzungen im Wohngebiet Dresden-Tolkewitz am Reichenauer Weg. Das Wohnungsunternehmen WOBA plant in dem Gebiet den Abriss von 774 preiswerte Wohnungen, obwohl Dresden unter einem Mangel an preiswerten Wohnungen leidet.

Der Hintergrund der Abrisspläne sind heute anachronistisch erscheinende Beschlüsse des Dresdner Stadtrates. Dresden verzeichnete zwischen 1990 und 2000, wie viele andere ostdeutsche Städte auch, einen Bevölkerungsrückgang und einen Anstieg des Wohnungsleerstandes auf 14 Prozent. Deshalb beschloss der Dresdner Stadtrat 2002 den Abriss von 7000 Wohnungen bis 2010. 78 Prozent der Abrissleistungen sollten durch die damals kommunale Wohnungsgesellschaft WOBA erbracht werden. In den folgenden Jahren führte die WOBA tatsächlich zahlreiche Abrisse durch. Diese Entwicklung wurde auch den Verkauf der WOBA an den amerikanischen Investor Fortress Investment Group nicht gestoppt. Denn im Kaufvertrag zwischen der Stadt Dresden und der Fortress Investment Group wurde der neue Eigentümer zur Fortsetzung der Wohnungsabrisse und zum Abriss der noch ausstehenden 3881 Wohnungen verpflichtet. Im Falle der Nichterfüllung der Abrissverpflichtung wurde eine Strafzahlung von 20000 Euro pro erhaltener Wohnung vereinbart. Folgerichtig gingen die Abrisse auch nach dem WOBA-Verkauf weiter. Vor allem preiswerte Wohnungen fielen den Abrissbaggern zum Opfer.

Doch nach dem Jahr 2000 erlebte Dresden eine wirtschaftliche und demographische Trendwende. Dank zahlreicher Zuzüge stieg die Bevölkerungszahl von 487000 Einwohner 1999 auf derzeit 505000 Einwohner an. Die Folgen waren eine Zunahme der Wohnungsnachfrage und ein Rückgang des Wohnungsleerstandes. Vor allem preiswerte Wohnungen wurden zunehmend knapp. Folgerichtig wurde es immer schwieriger, die zum Abriss vorgesehenen Wohnblöcke freizuziehen und die betroffenen Mieter mit adäquaten Ersatzwohnungen zu versorgen.

Vor diesem Hintergrund stieß der im April 2008 verkündete Plan für einen Abriss von 774 Wohnungen im Wohngebiet Tolkewitz auf massive Proteste. Am 27.5.2008 wurde von betroffenen Bürgern die Bürgerinitiative Mieteraktiv Tolkewitz gegründet. Die Initiative sammelte Unterschriften gegen die Abrisse, schrieb Briefe an die Kreisvorsitzenden und Fraktionsvorsitzenden der Parteien. Zudem gingen einige Mieter gerichtlich gegen die Abrisspläne vor. Bald stellten sich erste Erfolge ein. Im Juli 2008 beschloss der Dresdner Stadtrat eine Überprüfung der Abrisspläne. Im Dezember 2008 folgte ein Stadtratsbeschluss, nach dem die WOBA in Tolkewitz nur 482 statt der geplanten 774 Wohnungen abreißen darf. Im Januar 2009 erging ein Urteil des Amtsgerichts Dresden, in dem die Kündigung von Mietern eines Abrisshauses verworfen wurde.

Doch auch diese Beschlüsse konnten die Abrisse bisher nicht vollständig stoppen. Deshalb kämpft das Mieteraktiv Tolkewitz für die endgültige Aufgabe der Abrisspläne. Unterstützung erhält sie dabei von der Stadtratsfraktion der SPD. Sie will im Stadtrat einen Stopp der Abrisse und einen Verzicht auf Strafgelder im Falle eines Wohnungserhalts durchsetzen.


05.10.2009 - Döbeln - Abriss des ehemaligen Hotels "Osteck" hat begonnen

Am 5.10.2009 begann die Stadt Döbeln mit dem Abriss des ehemaligen Hotels "Osteck" in der Straße des Friedens 11.

Das Hotel "Osteck" wurde um 1870 errichtet und bis 1990 als Hotel genutzt. 1993 wurde das Gebäude an einen Alteigentümer rückübertragen, dieser verkaufte das Haus an auswärtige "Investoren". Anschließend wurde das Hotel dem Verfall überlassen. Die Stadt Döbeln hat dieses Gebäude am 24.9.2009 erworben. Der Abriss soll bis Ende Oktober beendet sein, anschließend soll auf der Abrissfläche eine Grünfläche entstehen. Die Kosten von 83000 Euro werden durch EFRE-Mittel der EU und einen kommunalen Eigenanteil finanziert.


29.09.2009 - Erfurt - Abriss des Kultur- und Freizeitzentrums am Moskauer Platz beschlossen

Der Erfurter Stadtrat hat heute den Entwurf für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für ein Einkaufszentrum am Moskauer Platz gebilligt. Mit dieser Entscheidung dürfte der Abriss des Kultur- und Freizeitzentrums am Moskauer Platz besiegelt sein. Das Wandmosaik "Die Beziehung des Menschen zu Natur und Technik" des spanischen Künstlers Jose Renau soll abgenommen und eingelagert werden.

Hintergrund:

Das Kultur- und Freizeitzentrum am Moskauer Platz wurde bis 1984 nach Entwürfen der Kollektive unter Leitung von Günter Andres, Hannelore Uhlmann und Klaus Thomann errichtet. Es war Teil des Stadtteilzentrums des Wohngebietes Nordhäuser Straße. Der Komplex beherbergte eine Bibliothek, einen großen Mehrzwecksaal mit bis zu 800 Plätzen, Klubräume, Kegelbahnen, eine Gaststätte, eine Weinstube und eine Milchbar. Einen Blickfang bot das 220 Quadratmeter große Wandmosaik "Die Beziehung des Menschen zu Natur und Technik" des spanischen Künstlers Jose Renau.

Doch nach 1990 wurde der Komplex privatisiert. Die Freizeitangebote wurden geschlossen, das Gebäude verwahrloste. Nach mehreren Eigentümerwechseln wurde das Gebäude schließlich an die Lewerenz Bau GmbH aus Mülsen (Sachsen) verkauft. Diese will das Gebäude abreißen und durch ein Einkaufszentrum ersetzen.


29.09.2009 - Coswig/Sachsen - Erste Mieter ziehen in das Mehrgenerationenhaus ein

Am 29.9.2009 sind die ersten Mieter in das Mehrgenerationenhaus Serkowitzer Straße 2a, Am Mittelfeld 3a-f, Brückenstraße 1a eingezogen.

Der Plattenbau des Typs IW 74 wurde 1977 errichtet. Da der fünfgeschossige Wohnblock ohne Aufzug gebaut worden war, gab es in den letzten Jahren zunehmende Probleme mit der Vermietung der Wohnungen in den oberen Etagen. Auf diese Probleme reagierte der Hauseigentümer, die Wohnungsgenossenschaft Coswig/Sachsen e.G., mit dem radikalen Umbau des Wohnblocks zu einem Mehrgenerationenhaus. Einzelne Hausaufgänge wurden auf 3 Etagen zurückgebaut, anderen Aufgängen wurden neue Penthäuser mit Dachgärten aufgesetzt, die offenen Ecken wurden durch neue Eckgebäude geschlossen. Komplettiert wurde der Umbau durch neue Balkone, Wintergärten, erkerartige Vorbauten, neue Aufzüge, Grundrissänderungen und eine wirksame Wärmedämmung. Auf diese Weise entstanden 75 vielfältige Wohnungen, die schon vor der Fertigstellung des Umbaus komplett vermietet werden konnten.

Der Entwurf für den Umbau stammt von dem Büro Stahr Architekten & Ingenieure aus Weimar. Bürogründer Joachim Stahr war bereits während der DDR-Zeit mit dem Entwurf von Plattenbautypen beschäftigt, von ihm stammt unter anderem die Wohnungsbaureihe Erfurt. Die Baukosten von 3,8 Millionen Euro wurden vom Freistaat Sachsen, von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Stadt Coswig gefördert. Bis Ende November 2009 soll der Umbau beendet sein.


28.09.2009 - Berlin - Vom Schandfleck zum Niedrigenergiehaus

Ende September 2009 wurde mit dem Umbau des Hochhauses Altenhofer Straße 30 zu einem Niedrigenergiehaus begonnen.

In den letzten Jahren hatte der 1978 errichtete Plattenbau des Typs WHH 18 vor allem für Negativschlagzeilen gesorgt. Zuerst wurde das Gebäude an die Martens & Douglas GbR aus Halle verkauft. Diese plante für 2003 den Umbau des Hauses zur Wohneigentumsanlage "Ovus-Tower". In der Praxis aber wurde nicht saniert, sondern das Haus der Verwahrlosung überlassen. Zudem begann der Eigentümer 2002, die eigentlich für den Fernwärmeversorger bestimmten Heizkostenvorauszahlungen der Mieter einzubehalten. Die Folge war eine Unterbrechung der Fernwärmeversorgung im Juni 2003 und der folgende Auszug der Mieter.

Ab 2004 stand das Haus komplett leer. Es folgten Zwangsverwaltungen und Zwangsversteigerungen.

Jetzt baut die Wohlfühlwohnen Berlin Altenhofer Straße 30 GmbH das Gebäude zu einem Niedrigenergiehaus um. Aus den ursprünglich 136 Wohnungen sollen 170 Ein- bis Dreizimmerwohnungen entstehen. Der Umbau wird durch das Büro cavere construction gmbh geplant, die Fertigstellung ist für den Sommer 2010 vorgesehen.


25.09.2009 - Chemnitz - Neues Niedrigenergiehaus eingeweiht

Am 25.9.2009 wurde in Chemnitz das neue Niedrigenergiehaus Bürgelstraße 4-8 eingeweiht.

Mit diesem Neubau reagiert die Wohnungsbaugenossenschaft Chemnitz West e.G. (WCW) auf die wachsende Nachfrage nach energiesparenden Wohnungen in ruhiger Lage. Nach Entwürfen des Chemnitzer Büros AIC - Ingenieurgesellschaft für Bauplanung Chemnitz mbH entstand ein Neubau mit 31 Wohnungen. Eine wirksame Wärmedämmung und eine Solaranlage auf dem Hausdach zählen ebenso zum Standard wie Aufzüge und eine barrierefreie Ausführung der Wohnungen. Die Baukosten betrugen 3,5 Millionen Euro, die Wohnungen konnten bereits vor Fertigstellung des Neubaus vermietet werden.


21.09.2009 - Riesa - Erst Sanierung - dann der Abriss

Am 21.9.2009 begann die Wohnungsgenossenschaft Riesa e.G. (WGN) mit dem Abriss des Wohnblocks Alleestraße 61-67.

Das Gebäude wurde 1962 in Großblockbauweise errichtet. Bis zu seinem Freizug 2008/2009 war der günstig gelegene Wohnblock ein beliebter Wohnstandort. In unmittelbarer Nähe des Gebäudes befinden sich die Kindertagesstätte "Mischka" (2008/2009 saniert und erweitert), die Grundschule "Am Storchenbrunnen", das Berufsbildungszentrum, das Mehrgenerationenhaus Gröba (2009 eröffnet) sowie mehrere Einkaufsmöglichkeiten und Arztpraxen. Außerdem war der Wohnblock erst 1999 mit Hilfe von zinsgünstigen Krediten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) umfassend saniert worden. Aufgrund dieser Vorzüge stieß der Leerzug und Abriss auf erheblichen Widerstand seitens der Mieter.

Die großzügigen Förderbedingungen des Programms "Stadtumbau Ost" führten dann allerdings trotzdem zum Abrissbeschluss. Bis Ende Oktober soll der Abriss beendet sein.


14.09.2009 - Chemnitz - Mieter fordern Sanierung ihres Wohnblocks

Die Mieter des Wohnblocks Otto-Hofmann-Straße 5-9 in der Großsiedlung Heckertgebiet fordern in einem offenen Brief an den Gebäudeeigentümer, die kommunale Grundstücks- und Gebäudewirtschaftsgesellschaft mbGH (GGG), eine Sanierung ihres Wohnblocks. Der elfgeschossige Wohnblock des Typs WBS 70 / IW 77 wurde 1979 errichtet und beherbergt 125 Wohnungen. Die Mieter fordern Wärmedämmmaßnahmen und eine Erneuerung der Rohrleitungen.

Die GGG hat zwar am 7.9.2009 mit einer Instandsetzung und einem Anstrich der Fassaden begonnen. Doch eine umfassende Sanierung soll derzeit aus finanziellen Gründen nicht erfolgen.


13.09.2009 - Limbach-Oberfrohna - Eltern fordern Erhalt der Grundschule "Am Wasserturm"

Im Wohngebiet "Am Wasserturm" kämpfen Eltern um den Erhalt der Grundschule "Am Wasserturm". Das Wohngebiet "Am Wasserturm" wurde zwischen 1985 und 1991 errichtet und umfasst rund 1000 Wohnungen. Die gleichnamige Grundschule wurde 1989 eröffnet und stellt seitdem ein wichtiges Bildungsangebot im Wohngebiet dar. Doch 2008 hatte die Stadtverwaltung Limbach-Oberfrohna die Schließung der Schule erwogen. Dieser Plan provozierte heftige Proteste der betroffenen Eltern, die anlässlich der Feiern zum zwanzigjährigen Schuljubiläum am 12./13.9.2009 fortgesetzt wurden.

Die Stadtverwaltung will nun bis zum Frühjahr 2010 ein neues Grundschulkonzept entwickeln.


10.09.2009 - Köthen - Wohnungsgenossenschaft wehrt sich gegen Zwangsenteignung

Eine am 11.6.2009 beschlossene Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt Köthen ist auf massiven Widerstand seitens der Wohnungsgenossenschaft Köthener Wohnstätten e.G. gestoßen. Nach dem Änderungsbeschluss soll das Wohngebiet Neue Rüsternbreite, in dem die Wohnungsgenossenschaft 740 Wohnungen besitzt, flächig abgerissen und in eine Grünanlage verwandelt werden.

Der Beschluss hatte drastische Veränderungen der Buchwerte der Grundstücke im Quartier Neue Rüsternbreite von 30 Euro pro Quadratmeter auf 2 Euro pro Quadratmeter zur Folge. Die Konsequenz war ein Eigenkapitalverlust von 1,3 Millionen Euro, der wiederum zu einer Verschlechterung der Bonität und des Ratings der Genossenschaft führte. Mittlerweile hat die Genossenschaft große Probleme bei der Gewährung von neuen Krediten und bei der Finanzierung von Neubauten.

Die Köthener Wohnstätten e.G. betrachten das Vorgehen der Stadt als eine Zwangsenteignung und haben Widerspruch gegen den Änderungsbeschluss eingelegt.


10.09.2009 - Halle/Saale - Eigentümer will Renaissancehaus "Goldene Rose" der Stadt schenken

Der Eigentümer des Renaissancehauses "Goldene Rose" in der Rannischen Straße, der Münchner Unternehmer Reinhard Pöllath, hat nun seine Bereitschaft erklärt, das Haus der Stadt Halle zu schenken. Nach Auskunft von Stadtsprecher Steffen Drenkelfuß wird das Angebot derzeit von der Stadt geprüft.

Die Bürgerinitiative "Arbeitskreis Innenstadt Halle" (AKI) plant derweil konkrete Maßnahmen zur Rettung des wertvollen Baudenkmals. Die Denkmalaktivisten wollen am 13.9.2009, dem "Tag des offenen Denkmals", in einer öffentlichkeitswirksamen Aktion das undichte Dach abdichten.

Hintergrund:

Das ehemalige Gasthaus "Goldene Rose" wurde 1591 errichtet. Von 1983 bis 1986 wurde das Gebäude aufwändig saniert. Bis 1994 wurde es als Gasthaus genutzt. Doch anschließend wurde das Baudenkmal von der Goldene Rose GmbH & Co Gaststättenimmobilien KG mit Sitz in München erworben. Dieser Eigentümer kündigte zwar regelmäßig eine Instandhaltung und Nutzung des Gebäudes an. Doch in der Praxis wurde das Gebäude dem Leerstand und Verfall überlassen. Anfang Juni wurde schließlich die Aufgabe der Sanierungspläne bekannt gegeben.


07.09.2009 - Leipzig - Straße im Leipziger Osten wegen Einsturzgefahr gesperrt

Aufgrund akuter Einsturzgefahr für das Haus Schützenstraße 1 musste ein Teil der am Gebäude vorbeiführenden Querstraße gesperrt werden. In den letzten Tagen hatten herabstürzende Gebäudeteile Passanten gefährdet und Autos beschädigt. Das denkmalgeschützte Wohnhaus, das die Ecke zwischen der Schützenstraße und der Querstraße markiert, wurde um 1880 errichtet. Doch nach 1990 wurde das Gebäude von einem Privateigentümer dem Leerstand und Verfall überlassen, der bis heute andauert. Derzeit wird erwogen, auch Teile der Schützenstraße wegen der vom Haus ausgehenden Gefahr zu sperren.


03.09.2009 - Werdau - Grünflächen statt Mietshäuser

Der Abriss von Wohnhäusern in der Südstadt von Werdau wird fortgesetzt. Derzeit wird das Gebäude Bahnhofstraße 42 abgerissen. Noch in diesem Jahr sollen die Häuser Marienstraße 19, Brunnenstraße 23 und Stadtpark 7-9 folgen.

Das Gründerzeitquartier Südstadt zählt mit einem Wohnungsleerstand von 32,1 Prozent zu den Leerstandshochburgen in Werdau. Deshalb wird versucht, das Quartier durch den Abriss von leeren Häusern und die Begrünung der Abrissflächen aufzuwerten.


01.09.2009 - Strausberg - Von der Schule zur Seniorenwohnanlage

Am 1.9.2009 wurde in Strausberg bei Berlin die neue Wohnanlage Arthur-Becker-Straße 13 bezogen.

Bei dieser Wohnanlage handelt es sich um den Umbau einer ehemaligen Schule der Typenserie 69 (TS 69) zu einer seniorengerechten Wohnanlage. Anlass des Umbaus war der wachsende Bedarf an seniorengerechten und vielfältigen Wohnungen, der durch die in Strausberg vorherrschenden Standardwohnungen nicht befriedigt werden konnte. Auf diese Lage reagierte die kommunale Strausberger Wohnungsbaugesellschaft mbH (SWG) mit dem Erwerb und den Umbau der ehemaligen Schiller-Realschule im Wohngebiet Garzauer Chaussee. Das einstige Schulgebäude wurde um ein Staffelgeschoss mit Dachterrassen, Balkone, einen Aufzug und eine effizienten Wärmedämmfassade ergänzt. Auch die Innenräume wurden radikal umgebaut. Auf diese Weise entstanden 43 barrierefreie Wohnungen mit 11 Grundrissvarianten und Größen zwischen 47 und 70 Quadratmetern. Fast alle Wohnungen konnten bereits vor Beendigung der Bauarbeiten vermietet werden.

Der Entwurf für den Umbau stammt von dem Strausberger Architekten Hans-Axel Pietsch, die Baukosten von 3,5 Millionen Euro wurden mit 1,1 Millionen Euro durch das Land Brandenburg gefördert.


24.08.2009 - Halle/Saale - Sanierung des Schlossbergviertels hat begonnen

Am 24.8.2009 hat die kommunale Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH (HWG) mit der Sanierung des Schlossbergviertels in Halle begonnen.

Das zwischen dem Domplatz und dem Friedemann-Bach-Platz gelegene Wohngebiet wurde zwischen 1985 und 1989 in Plattenbauweise (Typen IW 64 P-Halle A 77, IW 84 P-Halle IB) errichtet und umfasst 250 Wohnungen.

Mit der Sanierung des Gebietes wurde der hallesche Architekt Holger Fest beauftragt, der einen 2007 veranstalteten Wettbewerb für sich entscheiden konnte. Geplant sind eine neue Fassadengestaltung mit einer wirksamen Wärmedämmung, der Anbau neuer Balkone und weitere Sanierungen. Ein erster Bauabschnitt soll im November 2009 fertiggestellt werden.


20.08.2009 - Döbeln - Stadt will Häuser kaufen und abreißen

Am 20.8.2009 beschloss der Stadtrat von Döbeln den Kauf und Abriss des ehemaligen Hotels "Osteck" an der Straße des Friedens 11 und des Hauses Ritterstraße 2.

Das Hotel "Osteck" wurde um 1870 errichtet und bis 1990 als Hotel genutzt. 1993 wurde das Gebäude an einen Alteigentümer rückübertragen, dieser verkaufte das Haus an auswärtige "Investoren". Anschließend wurde das Hotel dem Verfall überlassen. Die Stadt Döbeln möchte dieses Haus für 25000 Euro erwerben und anschließend für 90000 Euro abreißen. Geplant ist die Förderung des Vorhabens durch EFRE-Mittel der EU, die durch einen kommunalen Eigenanteil von 40000 Euro kofinanziert werden sollen.

Das Haus Ritterstraße 2 wurde um 1800 errichtet. Nach 1990 geriet das Gebäude in den Besitz einer auswärtigen Eigentümergemeinschaft, die das Haus dem Leerstand und Verfall überließ. Eine Revitalisierung des Gebäudes wurde zudem durch die Nähe zur Freiberger Mulde und der damit zusammenhängenden Hochwassergefahr erschwert. In jüngster Zeit kam es mehrfach zum Absturz von Fassadenteilen, die Ritterstraße musste deshalb für den Verkehr gesperrt werden. Die Stadt Döbeln will dieses Haus kostenlos erwerben und anschließend für 220000 Euro abreißen. Der Abriss soll durch Städtebaufördermittel finanziert werden.


17.08.2009 - Leipzig - Hauseinsturz im Leipziger Osten

In der Nacht vom 16.8. zum 17.8.2009 ist ein Haus im Leipziger Osten teilweise eingestürzt. Das Gebäude an der Hermann-Liebmann-Straße / Ecke Bogislawstraße wurde um 1890 errichtet. Nach 1990 ließ sich das an einer lauten Hauptstraße gelegene Haus kaum noch vermieten, der Leerstand erhöhte sich schließlich auf 100 Prozent. Der private Eigentümer reagierte auf die Situation, indem er das Gebäude dem Verfall überließ, der schließlich in dem jetzigen Einsturz kulminierte.

Glücklicherweise wurden bei dem Einsturz keine Personen verletzt.


15.08.2009 - Görlitz - Jugendstil-Kaufhaus muss schließen

Das vielleicht schönste Kaufhaus Deutschlands am Görlitzer Demianiplatz schloss am 15.8.2009 seine Pforten.

Das Kaufhaus wurde von 1912 bis 1913 durch den Potsdamer Architekten Carl Schmanns als "Kaufhaus zum Strauß" errichtet. Später wechselten mehrfach die Betreiber. 1929 wurde das Kaufhaus durch Karstadt übernommen, nach 1946 diente es als HO- und Centrum-Warenhaus, 1991 ging es erneut in den Besitz der Karstadt AG über. 2005 wurde das defizitäre Haus an den britischen Finanzinvestor Dawnay, Day verkauft, der das Warenhaus unter dem Namen "Hertie" betrieb. Ungewöhnlich war, dass in all diesen Jahrzehnten die originale Jugendstilarchitektur mit dem großen Lichthof, der kunstvollen Oberlichtkuppel und den prächtigen Treppenanlagen erhalten werden konnte.

Die Insolvenz der Warenhauskette "Hertie" brachte schließlich das Ende der jahrzehntelangen Warenhaustradition. Was mit dem nun leerstehenden Gebäude werden soll, ist derzeit völlig unklar.


12.08.2009 - Suhl - Insolvenz der GeWo vorerst abgewendet

Die drohende Insolvenz der kommunalen Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft mbH Suhl (GeWo) wurde vorläufig abgewendet. Am 12.8.2009 beschloss der Suhler Stadtrat die Übernahme von GeWo - Schulden in Höhe von 21,4 Millionen Euro durch die Stadt.

Hintergrund:

Suhl musste nach 1990 einen massiven Einwohnerverlust und einen wachsenden Wohnungsleerstand verkraften. Die Stadt und die GeWo reagierten auf diese Entwicklung mit dem massenhaften Abriss von Wohnungen. Zwischen 2001 und 2009 wurden rund 2600 der einst 9000 GeWo-Wohnungen abgerissen.

Eine Stabilisierung der Stadt und der GeWo konnte durch diese Politik allerdings nicht erreicht werden. Im Gegenteil: Der Bevölkerungsverlust setzte sich ungebremst fort. Und die GeWo hatte mit steigenden Schulden zu kämpfen. Mitte 2009 betrugen die GeWo-Schulden insgesamt 124 Millionen Euro, die GeWo stand damit kurz vor der Insolvenz.

Diese Gefahr wurde durch die Übernahme eines Teils der GeWo-Schulden durch die Stadt vorläufig abgewendet. Allerdings erhöht sich durch diesen Schritt die Verschuldung der Stadt Suhl von 49 Millionen auf rund 70 Millionen Euro.


27.07.2009 - Chemnitz - Abriss in der August-Bebel-Straße hat begonnen

Die Chemnitzer Grundstücks- und Gebäudewirtschaftsgesellschaft mbh (GGG) hat mit dem Abriss der Gründerzeithäuser August-Bebel-Straße 3 und 7 begonnen. Beide Gebäude stehen schon seit Jahren leer, Bemühungen um neue Mieter blieben erfolglos. Da die Gebäude an einer stark befahrenen Bundesstraße und in unmittelbarer Nähe einer stark frequentierten Bahnlinie liegen, sieht die GGG auch künftig keine Vermietungschancen.

Hintergrund:

Chemnitz musste nach 1990 einen dramatischen Bevölkerungsrückgang von 323000 Einwohnern (jetziges Stadtgebiet) auf derzeit 241000 Einwohner verkraften. Für die nächsten Jahre wird ein weiterer Rückgang der Einwohnerzahlen prognostiziert. Die Folge ist ein Wohnungsleerstand, der in der Gesamtstadt derzeit bei rund 20 Prozent liegt. Weit überdurchschnittlich vom Leerstand betroffen sind allerdings die Gründerzeitquartiere. Beispielsweise beträgt der Leerstand in Sonnenberg 34 Prozent, im Lutherviertel gar 39 Prozent. Vor allem Wohnlagen mit Grünflächendefiziten und Häuser an lauten Hauptstraßen lassen sich nur schwer vermieten.

In den letzten Jahren hatten die Chemnitzer Stadtverwaltung und die GGG versucht, den Leerstand in den Gründerzeitquartieren durch einen massiven Abriss in den DDR-Siedlungen zu bekämpfen. Zwischen 2000 und Ende 2007 wurden in Chemnitz 14150 Wohnungen abgerissen, ein Großteil von ihnen waren Plattenbauwohnungen aus der DDR-Zeit. Allein in der Großsiedlung Heckertgebiet mussten 8660 Wohnungen der Abrissbirne weichen. Häufig, wie im Wohngebiet Hutholz-Süd, wurden sogar gut belegte Wohnblöcke abgerissen. Die betroffenen Mieter wurden oft gegen ihren Willen aus ihren Wohnungen herausgekündigt, Bürgerproteste gegen die Abrisse wurden ignoriert.

Dennoch wurde das Ziel einer Belebung der Gründerzeitquartiere verfehlt, da die vom Abriss betroffenen Plattenbaubewohner einen Umzug in die Gründerzeitquartiere vehement ablehnten. Als Ablehnungsgründe wurden Defizite, wie Lärm, Grünflächenmangel, unattraktive Ausblicke (fehlende Fernsichten wie im höhergelegenen Heckertgebiet), fehlende Balkone, schlechte Luft und der Parkplatzmangel, genannt. Im Entwurf für ein Städtebauliches Entwicklungskonzept für Chemnitz heißt es daher: "gelenkte Umzüge aus Wohngebäuden der Baujahre 1949 bis 1990 in Gebäude der Gründerzeit sind derzeit fast unmöglich." und "Es gibt kein nennenswertes städtisches Umzugspotenzial in die Gründerzeitgebiete." (Entwurf Städtebauliches Entwicklungskonzept Chemnitz 2020, Dezember 2008, S 45 f.)

Auf diese Probleme reagierte die Chemnitzer Stadtverwaltung mit Konzepten für eine Umgestaltung und Aufwertung der Gründerzeitquartiere. Diese Versuche wurden allerdings immer wieder durch die zersplitterten Eigentümerstrukturen behindert. Konzepte für einen Häuser- und Grundstückstausch, die einen planmäßigen Stadtumbau ermöglichen sollten, scheiterten an Problemen der Wertermittlung und der fehlenden Kooperationsbereitschaft der privaten Hauseigentümer.

Die Folge sind zunehmende Abrisse und Einstürze von kaum vermietbaren Gründerzeithäusern.


24.07.2009 - Stendal - Investor will Wohnungen in Stendal-Süd sanieren

Die M & E Real Estate GmbH aus Bad Rappenau will im Wohngebiet Stendal-Süd 554 Wohnungen sanieren. Das Unternehmen hat die Wohnungen am 13.7.2009 im Rahmen einer Zwangsversteigerung am Amtsgericht Stendal für 2,8 Millionen Euro erworben. Geplant ist die Sanierung und Neuvermietung des vernachlässigten und in Teilen auch leer stehenden Wohnungsbestandes. Auch ein Gebäude an der Lüneburger Straße, das von 1990 bis 2003 als Arbeitsamt genutzt wurde und seitdem leer steht, soll saniert und neu vermietet werden.

Hintergrund:

Das Wohngebiet Stendal-Süd wurde zwischen 1985 und 1991 errichtet und verfügte ursprünglich über 2811 Wohnungen. Doch schon bald nach seiner Fertigstellung entwickelte sich das Wohngebiet zum Problemfall. Die Wohnungsunternehmen nutzten das Quartier zur Unterbringung problematischer Mieter, später hatte das Gebiet mit sozialen Problemen und einem enormen Wegzug zu kämpfen. 2004 betrug der Wohnungsleerstand in Stendal-Süd rekordverdächtige 74 Prozent. Seit 2005 wurde der größte Teil des Wohngebietes abgerissen. Für die restlichen Wohnungen scheint es jetzt zumindest eine Chance zu geben.


21.07.2009 - Leipzig - Wohnungsbau-Genossenschaft "Kontakt" startet Teilrückbau in Grünau

Bereits 2008 hat die Wohnungsbau-Genossenschaft (WBG) "Kontakt" den Teilrückbau der Wohnblöcke Uranusstraße 35 - 39 und 41 - 47 in Leipzig - Grünau realisiert. Dieser Umbau erwies sich als dermaßen erfolgreich, dass nun ein Nachfolgeprojekt in Angriff genommen wurde.

Am 21.7.2009 begann die WBG "Kontakt" mit dem Teilrückbau der Nachbarblöcke Uranusstraße 49 - 53, 55 - 61 und 63 - 67. Bei diesen Gebäuden handelt es sich um sechsgeschossige Plattenbauten des Typs WBS 70. Da diese Wohnblöcke keinen Aufzug besitzen, ließen sich die oberen Etagen nur schwer vermieten. Geplant sind der Rückbau auf 4 Etagen, die Schaffung von Dachterrassen in der 4. Etage, der Anbau neuer Balkone, der Bau einer Wärmedämmfassade und Änderungen der Wohnungsgrundrisse. Der Teilrückbau erfolgt im bewohnten Zustand und soll im September 2010 abgeschlossen sein.


03.07.2009 - Pirna - Abriss eines Baudenkmals

Am 3.7.2009 wurde in Pirna das Baudenkmal Bergstraße 5 abgerissen. Bei dem Gebäude handelte es sich um ein Vorstadthaus aus der Renaissancezeit, das um 1700 barock überformt wurde. Eine besondere Kostbarkeit war die original erhaltene Holzbalkendecke aus der Renaissancezeit. Dennoch wurde das Gebäude von seinem Privateigentümer dem Leerstand und Verfall überlassen, der schließlich im Abriss gipfelte.


24.06.2009 - Cottbus - Stadtverordnetenversammlung beschließt Stilllegung von Straßenbahnstrecken

Die Cottbuser Stadtverordnetenversammlung hat am 24.6.2009 das ÖPNV-Zielnetz 2020 beschlossen. Dieses Konzept sieht die Stilllegung der Straßenbahnlinien Bonnaskenplatz - Schmellwitz / Anger und Hauptbahnhof - Jessener Straße vor. Ziel des Konzepts ist die Reduzierung der städtischen Zuschüsse an den Straßenbahnbetreiber Cottbusverkehr GmbH um 500000 Euro ab 2010 und um 1 Million Euro ab 2012.

Hintergrund des Beschlusses ist der dramatische Rückgang der Einwohnerzahl von Cottbus, der Rückgang der Fahrgastzahlen und die Krise der Cottbuser Stadtfinanzen.


23.06.2009 - Zittau - Wieder Hauseinstürze in der Altstadt

Am 23.6.2009 sind in der Zittauer Altstadt die Häuser Böhmische Straße 30 und Böhmische Straße 32 teilweise eingestürzt. Das Haus Böhmische Straße 32 ist ein barockes Bürgerhaus aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts, das Haus Böhmische Straße 30 stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die Böhmische Straße 30 befindet sich unter der Zwangsverwaltung durch eine Bank, die Böhmische Straße 32 gehört einem Privateigentümer. Beide Gebäude wurden in den letzten Jahren dem Leerstand und Verfall überlassen.

Hintergrund:

Zittau war im 17. und 18. Jahrhundert eine wichtige und wohlhabende Handelsstadt. Von dieser Zeit kündet der wertvolle Altstadtkern mit prunkvollen Kaufmannshäusern aus der Renaissance- und Barockzeit. Heute ist dieser baukulturelle Schatz allerdings gefährdet. Denn Zittau musste nach 1990 einen massiven Bevölkerungsverlust verkraften. Die Bevölkerungszahl verringerte sich von 38000 Einwohnern 1988 auf 29000 Einwohner 2008. Die Folge dieses Aderlasses war ein Anstieg des Wohnungsleerstandes auf 24,9 Prozent in der Gesamtstadt. Besonders dramatisch entwickelte sich die Situation in der Altstadt, wo der Wohnungsleerstand auf 35,4 Prozent emporschnellte. Die Konsequenz war eine zunehmende Investitionszurückhaltung privater Hauseigentümer. Viele Eigentümer überließen ihre Baudenkmäler dem Verfall oder gar dem Abriss.

Die Stadtverwaltung hat versucht, den Leerstand in der Altstadt durch den massenhaften Abriss von DDR-Wohnungen, durch die Verlagerung des Schwimmbades und der Fachhochschule vom Stadtrand an den Altstadtrand sowie durch Sicherungsmaßnahmen an besonders wertvollen Baudenkmälern zu entschärfen. Doch selbst durch diese Maßnahmen konnte keine Stabilisierung der Altstadt erreicht werden. Im Gegenteil: Auch in den letzten Jahren gingen wertvolle Baudenkmäler, wie ein Kaufmannshaus aus dem 16. Jahrhundert in der Brunnenstraße 3, verloren. Insgesamt wurden seit 1990 in der Zittauer Altstadt rund 40 Baudenkmäler abgerissen. Eine Ende des Bevölkerungsrückganges in Zittau ist derzeit nicht abzusehen.


22.06.2009 - Zwickau - Wird Zwickau zur Kulissenstadt?

Die Hauptstraßen von Zwickau sollen künftig von freistehenden Hausfassadenkulissen eingefasst werden. Das sieht der Entwurf eines Lärmaktionsplans vor, den das Dresdner Ingenieurbüro Ivas im Auftrag der Stadt erarbeitet.

Hintergrund der Pläne ist der extreme Wohnungsleerstand an den Hauptstraßen Werdauer Straße, Marienthaler Straße, Leipziger Straße und Reichenbacher Straße. Die starke Lärm- und Schadstoffbelastung hat zur Folge, dass kaum noch Mieter für die vorwiegend gründerzeitlichen Mietshäuser zu finden sind. Deshalb wurden in den letzten Jahren zahlreiche Mietshäuser abgerissen.

Nach den jetzt vorlegenden Plänen sollen bei künftigen Abrissen wenigstens die Fassaden erhalten und zu Lärmschutzwänden umgenutzt werden.

Ein Problem dürfte allerdings die Finanzierung dieser Lärmschutzwände sein. Schließlich befindet sich ein Großteil der leeren Häuser im Privateigentum. Diese Eigentümer werden kaum bereit sein, Geld in Lärmschutzwände zu investieren, mit den sich kein Gewinn erwirtschaften lässt.


22.06.2009 - Magdeburg - Erster Spatenstich für die Straßenbahnlinie nach Neu Reform

Am 22.6.2009 wurde der erste Spatenstich für die neue Straßenbahnstrecke Leipziger Chaussee - Neu Reform (Otto-Baer-Straße) vollzogen. Die 3,7 Kilometer lange Strecke wird die Verkehrserschließung des Wohngebietes Neu Reform (Bauzeit: 1972-1975) deutlich verbessern. Die Kosten der Strecke werden auf 22,4 Millionen Euro geschätzt, 90 Prozent wird das Land Sachsen-Anhalt finanzieren. Für 2012/2013 ist die Fertigstellung der Strecke geplant.


17.06.2009 - Berlin - Modellprojekt für energetische Gebäudesanierung vorgestellt

Die Berliner Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, und der Geschäftsführer der städtischen Wohnungsgesellschaft HOWOGE, Bernd Kirschner, stellten am 17.6.2009 die Pläne für die energetische Gebäudesanierung des Wohngebietes Berlin-Buch vor.

Das Wohngebiet Berlin-Buch wurde zwischen 1975 und 1989 in der Plattenbauweise - Typ WBS 70 errichtet und verfügt über rund 6300 Wohnungen. Größter Wohnungseigentümer in Buch ist die städtische Wohnungsgesellschaft Gesobau, die 3127 Wohnungen in Buch besitzt. Ein Großteil dieser Wohnungen ist unsaniert, mangelhafte Instandhaltung hatte einen Anstieg des Wohnungsleerstandes auf 14 Prozent zur Folge. Die Gesobau sah für diese Bestände keine Perspektiven und war deshalb an einem Verkauf interessiert.

Dieser Verkauf ist nun gelungen. Ab dem 1.7.2009 wird die HOWOGE die Bucher Bestände der Gesobau übernehmen. Die HOWOGE plant die energetische Sanierung von 2300 Wohnungen. Geplant ist der Anbau von Wärmedämmfassaden, die Installation von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung und die umfassende Nutzung von Erdwärme. Dank dieser Technologie sollen die Betriebskosten für 20 Jahre konstant gehalten und 7400 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Außerdem ist der Umbau eines Teils der Wohnungen für die Bedürfnisse älterer Bürger und für Service - Wohnangebote geplant. Andere Wohnungen sollen Mietergärten erhalten. Die Nettokaltmieten nach der Sanierung werden zwischen 5 und 6 Euro liegen. Ein Abriss von Wohngebäuden ist nicht vorgesehen.

Der Baubeginn soll 2010 erfolgen, die Fertigstellung sämtlicher Wohnungen ist für 2013 geplant.


09.06.2009 - Halle/Saale - Sanierung des Renaissancehauses "Goldene Rose" vorläufig gescheitert

Am 9.6.2009 hat die Goldene Rose GmbH & Co Gaststättenimmobilien KG bekanntgegeben, dass sie das ehemalige Gasthaus "Goldene Rose" in der Rannischen Straße 19 in der Altstadt von Halle nicht sanieren wird. Als Grund wurde die fehlende Rentabilität des Vorhabens genannt.

Das ehemalige Gasthaus "Goldene Rose" wurde 1591 errichtet. Von 1983 bis 1986 wurde das Gebäude aufwändig saniert. Bis 1994 wurde es als Gasthaus genutzt. Doch anschließend wurde das Baudenkmal von der Goldene Rose GmbH & Co Gaststättenimmobilien KG mit Sitz in München erworben. Dieser Eigentümer kündigte zwar regelmäßig eine Instandhaltung und Nutzung des Gebäudes an. Doch in der Praxis wurde das Gebäude dem Leerstand und Verfall überlassen. Diese Situation dürfte sich nun weiter fortsetzen.


08.06.2009 - Zeitz - Wohnungsbaugesellschaft Zeitz beginnt Sanierung des Hochhauses "Zeitzblick"

Am 8.6.2009 begann die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Zeitz mit der Fassadensanierung des Hochhauses "Zeitzblick" in der Käthe-Niederkirchner-Straße 38. Das elfgeschossige Gebäude wurde 1974 in traditioneller Bauweise errichtet und verfügt über 257 Wohnungen. Das Hochhaus bietet Wohnungen mit Balkons, Aufzüge und einen attraktiven Panoramablick auf Zeitz. Dank dieser Qualitäten ist das Hochhaus gut vermietet, obwohl die Leerstandsquote in Zeitz 24,5 Prozent beträgt. In den letzten Jahren wurden die Innenräume des Gebäudes erneuert und Wohnungsgrundrisse verändert. Nun wird das Hochhaus mit einer Wärmedämmfassade, einer markanten Farbgestaltung und neuen Balkonbrüstungen versehen. Außerdem werden die Heizungen erneuert. Die Baumaßnahmen sollen 1,3 Millionen Euro kosten und zum Ende des Jahres beendet sein.


01.06.2009 - Dessau - Erfolgreicher Bürgerprotest gegen den Abriss

Der jahrelange Kampf der Bürger für den Wohnblock Wiener Straße 45-53 hat nun ein glückliches Ende gefunden. Denn am 1.6.2009 erfolgte der Verkauf des Wohnblocks an die Immobilien Dessau-Rosslau GmbH, die umgehend mit der Sanierung des Gebäudes beginnen will.

Der Wohnblock Wiener Straße 45-53 wurde 1971 als Versuchsbau in Gipsbauweise errichtet und umfasst 50 Wohnungen. Der frühere Eigentümer, die kommunale Dessauer Wohnungsbaugesellschaft mbH (DWG), plante für die Zeit nach 2010 einen Abriss des Wohnblocks und begann 2007 mit dem Leerzug des Gebäudes. Bald waren 50 Prozent der Wohnungen leergezogen.

Die verbliebenen Mieter allerdings setzten sich vehement gegen einen Auszug und Abriss zur Wehr. Sie gründeten eine Bürgerinitiative, die sich für eine Sanierung und Revitalisierung des Wohnblocks einsetzte. Die DWG dagegen verweigerte eine Sanierung des Gebäudes und beschloss stattdessen eine Konzentration der Investitionen auf die Innenstadt. Erst der anhaltende Widerstand der Mieter führte zu der Entscheidung gegen den Abriss und für den Verkauf.

Nun, nach dem Verkauf des Wohnblocks, zeichnen sich neue Perspektiven für den Wohnblock ab. Der Investor plant die Sanierung des Gebäudes für 1,3 Millionen Euro und eine Wiederbelegung des Blocks. Der Beginn der Sanierungsarbeiten ist für den Juli 2009 geplant, im März 2010 sollen die Arbeiten beendet sein.


27.05.2009 - Zittau - Hauseinsturz in der Altstadt

Am 27.5.2009 ist in der Zittauer Altstadt das Haus Brunnenstraße 22 eingestürzt. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein Bürgerhaus aus der Zeit um 1680. Der Privateigentümer hatte das Baudenkmal in den letzten Jahren dem Leerstand und Verfall überlassen. Mittlerweile wurden die Trümmer des Gebäudes beseitigt. Ebenfalls betroffen ist das Nachbargebäude Brunnenstraße 20. Dieses Gebäude, das in den letzten Jahren gleichfalls dem Leerstand und Verfall überlassen war, wurde durch den Einsturz so schwer geschädigt, dass es ebenfalls abgerissen werden musste.

Hintergrund:

Zittau war im 17. und 18. Jahrhundert eine wichtige und wohlhabende Handelsstadt. Von dieser Zeit kündet der wertvolle Altstadtkern mit prunkvollen Kaufmannshäusern aus der Renaissance- und Barockzeit. Heute ist dieser baukulturelle Schatz allerdings gefährdet. Denn Zittau musste nach 1990 einen massiven Bevölkerungsverlust verkraften. Die Bevölkerungszahl verringerte sich von 38000 Einwohnern 1988 auf 29000 Einwohner 2008. Die Folge dieses Aderlasses war ein Anstieg des Wohnungsleerstandes auf 24,9 Prozent in der Gesamtstadt. Besonders dramatisch entwickelte sich die Situation in der Altstadt, wo der Wohnungsleerstand auf 35,4 Prozent emporschnellte. Die Konsequenz war eine zunehmende Investitionszurückhaltung privater Hauseigentümer. Viele Eigentümer überließen ihre Baudenkmäler dem Verfall oder gar dem Abriss.

Die Stadtverwaltung hat versucht, den Leerstand in der Altstadt durch den massenhaften Abriss von DDR-Wohnungen, durch die Verlagerung des Schwimmbades und der Fachhochschule vom Stadtrand an den Altstadtrand sowie durch Sicherungsmaßnahmen an besonders wertvollen Baudenkmälern zu entschärfen. Doch auch durch diese Maßnahmen konnte keine Stabilisierung der Altstadt erreicht werden. Im Gegenteil: Auch in den letzten Jahren gingen wertvolle Baudenkmäler, wie ein Kaufmannshaus aus dem 16. Jahrhundert in der Brunnenstraße 3, verloren. Insgesamt wurden seit 1990 in der Zittauer Altstadt rund 40 Baudenkmäler abgerissen. Eine Ende des Bevölkerungsrückganges in Zittau ist derzeit nicht abzusehen.


26.05.2009 - Chemnitz - Wohnungsgenossenschaft (WG) Einheit will Altbauten sanieren

Die Wohnungsgenossenschaft (WG) Einheit erklärte sich bereit, gefährdete Altbauten zu sanieren. Voraussetzung ist allerdings, dass die Schwerpunktgebiete der WG Einheit in Markersdorf und Hutholz im neuen Stadtentwicklungskonzept (SEKO) als Erhaltungsgebiete ausgewiesen werden. Eine Entscheidung des Chemnitzer Stadtrates über das neue Stadtentwicklungskonzept wird für den Herbst 2009 erwartet.

Hintergrund:

Chemnitz musste nach 1990 einen dramatischen Bevölkerungsrückgang von 323000 Einwohnern (jetziges Stadtgebiet) auf derzeit 241000 Einwohner verkraften. Die Folge ist ein Wohnungsleerstand, der in der Gesamtstadt derzeit bei rund 20 Prozent liegt. Weit überdurchschnittlich vom Leerstand betroffen sind allerdings die Gründerzeitquartiere. Beispielsweise beträgt der Leerstand in Sonnenberg 34 Prozent, im Lutherviertel gar 39 Prozent. Angesichts des Leerstandes und eines niedrigen Mietniveaus (sanierte Altbauwohnungen sind schon für eine Nettokaltmiete von 3,10 Euro zu haben) ist eine Sanierung von Altbauten in der Regel nicht rentabel. Entsprechend agieren die Privateigentümer, die über rund 80 Prozent der vor 1950 errichteten Gebäude in Chemnitz verfügen. Viele von ihnen lassen ihre Altbauten verfallen. Die Folge sind Einstürze, Brandstiftungen, Gefahren für Passanten und Notabrisse zur Gewährleistung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit. Derzeit stellen rund 250 Altbauten eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit dar, die Stadt Chemnitz muss pro Jahr rund 300000 Euro für die Sicherung einsturzgefährdeter Gebäude in Ersatzvornahme aufwenden.

Die WG Einheit verfügt über rund 6300 Wohnungen. 90 Prozent der Wohnungen wurden während der DDR-Zeit errichtet, rund 85 Prozent der Wohnungen sind saniert. Diese Wohnungen, die vor allem in Markersdorf und Hutholz liegen, sind sehr beliebt, der Leerstand bei der WG Einheit beträgt deshalb lediglich 5,9 Prozent.

Die WG Einheit ist bereit, die Gewinne aus ihrem DDR-Wohnungsbestand für die Sanierung und den Erhalt von unrentablen Altbauten zu nutzen. Diese Quersubventionierung kann allerdings nur dann funktionieren, wenn der Erhalt der DDR-Wohnungsbestände der WG Einheit in Markersdorf und Hutholz im neuen Stadtentwicklungskonzept festgeschrieben wird. In einem ersten Entwurf des Stadtentwicklungskonzeptes vom Dezember 2008 wurden diese Stadtteile allerdings als Auflockerungs- bzw. Umstrukturierungsgebiete eingestuft.


20.05.2009 - Jena - Eröffnung der Straßenbahnlinie Lobeda West - Bahnhof Göschwitz

Am 20.5.2009 wurde die 900 Meter lange Straßenbahn- Neubaustrecke Lobeda West - Bahnhof Göschwitz eröffnet. Die Straßenbahn verbindet das Wohngebiet Jena-Lobeda (Bauzeit 1968-1985) mit dem Gewerbegebiet Göschwitz (6000 Arbeitsplätze) und dem Umsteigebahnhof Göschwitz. Bis zum 16.12.2009 soll die Streckenverlängerung vom Bahnhof Göschwitz nach Burgau eröffnet werden.

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